Mittwoch, 17. Dezember 2025

Wenn das Reich Gottes zum Projekt wird – Gedanken zum 7-Berge-Mandat

Dieser Text richtet sich nicht gegen politisches Engagement von Christen, sondern gegen eine Theologie, die Erlösung durch Einfluss ersetzt.

In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit der sogenannten 7-Mountain-Mandate-Lehre beschäftigt (7 Berge Mandat). Vielleicht hast du davon gehört – vielleicht auch nicht. Aber ich glaube, es ist wichtig, darüber zu sprechen, weil diese Ideen längst nicht mehr nur in Amerika kursieren. Sie sickern ganz leise und freundlich formuliert auch in unsere Gemeinden hinein, besonders dort, wo man stark auf junge Generationen setzt.

Ich lese mich gerade durch C. Peter Wagners *Dominion!*¹ und andere Texte rund um das sogenannte 7-Berge-Mandat, auch bekannt als die Sieben Einflusssphären. Je länger ich mich damit beschäftige, desto deutlicher merke ich: Das ist nicht einfach „ein bisschen Vision für Gesellschaft“, sondern eine eigene Theologie – und zwar eine, die ziemlich weit weg ist vom Evangelium, wie ich es in der Bibel finde.

Kurz zur Einordnung:
So weit wie ich es finden kann, tauchten die „Sieben Berge“ erstmals in den 1970er-Jahren bei Loren Cunningham und Bill Bright auf²–³. Beide berichten, dass ihnen diese sieben Bereiche nicht einfach als praktische Idee kamen, sondern als besondere Eingabe bzw. direkte Führung Gottes, also im Kontext angeblich außerbiblischer Offenbarungen. Später hat Lance Wallnau das Modell stark geprägt und in eine dominionistische Richtung weiterentwickelt⁴. C. Peter Wagner wiederum verband dieses Konzept klar mit der Neuen Apostolischen Reformation (NAR) und ihren modernen Aposteln und Propheten⁵.

Die Bewegung spricht von sieben „Bergen“, die Christen angeblich „zurückerobern“ sollen:

  • Religion
  • Familie
  • Bildung
  • Medien
  • Regierung
  • Kunst & Unterhaltung
  • Wirtschaft

Ich möchte mich in dieser Reihe vor allem einem dieser Berge widmen: der Regierung.
Warum? Weil er der sichtbarste – und ehrlich gesagt der gefährlichste – ist.

Die NAR lehrt, dass Gott heute wieder Apostel und Propheten eingesetzt habe, denen sich Christen unterordnen sollen⁵. In vielen bibeltreuen Gemeinden hört man inzwischen Warnungen, dass diese Richtung am Ende in eine Art geistliche Oberherrschaft führen kann.



„Dominieren“ durch „gute Menschen“?

An deiner Stelle musste ich beim Lesen wirklich innehalten. Wagner schreibt in seinem Buch *Dominion!*¹ tatsächlich Folgendes:

Damit sich eine Gesellschaft verändern kann, muss jeder der sieben Berge von ‚guten Menschen‘ beeinflusst oder sogar dominiert werden – ganz gleich, ob sie Christen oder Nichtchristen sind. Dies ist eine positive Sichtweise auf den Dominionismus.
(eigene Übersetzung)

Und genau hier beginnt für mich das Problem.

Erstens: Das Wort dominieren ist im biblischen Kontext hochsensibel. Jesus selbst hat klar gesagt, dass unter seinen Nachfolgern nicht geherrscht werden soll wie in der Welt. Wenn Wagner „Dominionismus“ als etwas Positives darstellt, entfernt er sich von genau diesem Grundprinzip christlicher Lehre.

Zweitens: Er setzt voraus, dass „gute Menschen“ – unabhängig davon, ob sie wiedergeboren sind oder nicht – etwas Geistliches oder Christliches hervorbringen könnten.
Aber ein „guter Mensch“ rettet niemanden, nicht einmal sich selbst. Ohne Wiedergeburt gibt es keine Heiligung, keine geistliche Unterscheidung, keine echte Gottesfurcht. Selbst der gläubige Christ kämpft täglich mit seinem Fleisch. Wie soll also aus einer Mischung gefallener (und teils unerlöster) Menschen eine Gesellschaft entstehen, die „Gott reflektiert oder gar seine Wiederkunft vorbereiten kann“?

Drittens: Wenn die Grundlage nicht Christus selbst, sondern bloß ein moralisches Ideal ist, öffnet das Tür und Tor für alles Mögliche. Gerade in Verbindung mit der NAR – die neue Apostel und Propheten mit modernen Offenbarungen ins Spiel bringt – wird das zu einem gefährlichen Gedankensystem. Wie sollen „gute Menschen“ beurteilen, welche Offenbarung wirklich von Gott ist, wenn sie den Heiligen Geist gar nicht haben oder Sein Wort nicht kennen?

Viertens: Die Vorstellung, dass wir durch menschliche Einflussnahme eine Gesellschaft schaffen könnten, die „bereit für Jesus“ ist, widerspricht der gesamten biblischen Lehre über das Menschenbild und die Endzeit. Jesus selbst sagte, dass Seine Wiederkunft sein wird „wie in den Tagen Noahs“ (Matthäus 24): gewöhnlicher Alltag, moralischer Verfall, geistliche Blindheit und eine Welt, die weder Gott ehrt noch mit Seinem Kommen rechnet.



Das ist das genaue Gegenteil eines christlichen Utopia.

Und die Bibel macht ebenso klar, dass die eigentliche Erneuerung der Welt nicht durch menschliche Mühe geschieht, sondern erst nach Gottes endzeitlichem Gericht. Erst wenn Christus wiederkommt, richtet und alles vollendet hat, schafft Gott selbst einen neuen Himmel und eine neue Erde (Offenbarung 21).
Erst dann wird die Schöpfung wirklich erneuert — niemals vorher und niemals durch menschliches Handeln.

Eine geheiligte oder perfektionierte Welt vor diesen Ereignissen ist biblisch nicht verankert.
Sie ist keine Verheißung Gottes, sondern eher eine menschliche Illusion, eine Hoffnung, die nicht dem entspricht, was Jesus und die Apostel über die letzte Zeit gesagt haben.

  • Wir sind gefallen.
  • Wir werden erst durch Christus erneuert.
  • Und erst Gottes eigenes Eingreifen nach dem endgültigen Gericht stellt die Schöpfung vollkommen wieder her.

Kurz gesagt:
Hier geht es nicht um Jüngerschaft oder Evangelium, sondern um Machtgewinn und kulturelle Kontrolle - und das ist der Kern des Problems.

Ein „Gottesideal“ statt eines Erlösers

Wagner formuliert auf Seite 9 in *Dominion!*¹, seine Hoffnung sei, dass Menschen, die „Gottes Ideal für menschliches Leben“ teilen, in einflussreiche Positionen gelangen.
Das klingt nett – aber es ist theologisch leer.

Gott hat uns kein Ideal geschickt.
Er hat uns seinen Sohn geschickt.

Das Evangelium ist kein Werteprogramm.
Es ist Rettung für Sünder.

Und es ist Christus selbst, der eines Tages alles neu machen wird – nicht wir.

Und wenn wir anfangen, das Reich Gottes auf moralische Einigkeit zu bauen, statt auf Wiedergeburt, dann rückt das Kreuz immer weiter in den Hintergrund. Die Botschaft verschiebt sich:

  • Vom Ruf zur Umkehr hin zu einem kulturellen Projekt

  • Von Erlösung hin zu Verbesserung

  • Von der Kraft Gottes hin zur Macht des Menschen

Unterschwellig entsteht dabei ein Denken, das der Vorstellung sehr nahekommt, dass am Ende eigentlich jeder „dazugehört“, solange er ein „guter Mensch“ ist und sich an bestimmte Werte hält.
Christus wird dabei nicht offen abgelehnt – Er wird einfach nicht mehr notwendig.

Doch das Neue Testament zieht hier eine klare Linie:

  • Nicht moralische Anständigkeit rettet, sondern die Anerkennung Christi.
  • Nicht gute Absichten, sondern Umkehr.
  • Nicht ein gemeinsames Ideal, sondern das Kreuz.

Wenn „gut sein“ genügt, verliert das Evangelium seine Wahrheit und seine Kraft.
Dann bleibt von der guten Nachricht am Ende nur noch ein ethischer Appell übrig.
Und ein solcher Appell kann vielleicht eine Gesellschaft regulieren, aber keinen Menschen erlösen.


Was passiert, wenn Apostel über Politik gestellt werden?

Die NAR ist nicht nur ein theologischer Trend. Sie bringt eine konkrete Struktur mit sich: moderne Apostel und Propheten, deren „Offenbarungen“ für Gläubige bindend sein sollen⁵.
Und sobald man das nicht nur als Kirchen- oder Gemeindethema betrachtet, sondern als etwas, das in reale Verantwortung hineinwirkt, wird es plötzlich sehr praktisch.

In der Praxis heißt das:

  • Ein Geschäftsführer müsste sich stärker von seinem „Propheten“ leiten lassen als von seinem Aufsichtsrat.
  • Ein Politiker müsste Entscheidungen eher nach einer prophetischen Eingebung als nach Verfassung und Gewissen treffen.
  • Kritik könnte schnell als „Rebellion gegen Gottes Ordnung“ abgetan werden.

Damit entsteht – ohne dass es so genannt wird – eine Schattenregierung: geistliche Leiter, die weltliche Entscheidungen mitbestimmen, aber ohne demokratische Kontrolle. Genau diese Entwicklung wird inzwischen weltweit kritisch beobachtet⁶–⁸.

Und genau hier wird es heikel. Denn in diesem Denken entsteht schnell der Eindruck, man dürfe Entscheidungen, Strukturen oder Leitungsansprüche gar nicht mehr hinterfragen – schließlich berufe man sich ja auf Gottes Offenbarung.
Kritik wirkt dann nicht mehr wie verantwortliches Prüfen, sondern wie ein Angriff auf Gott selbst.

Besonders deutlich zeigt sich das dort, wo Bibelstellen wie „Tastet meine Gesalbten nicht an“ (Ps 105,15) aus ihrem Zusammenhang gelöst und auf heutige geistliche Leiter angewendet werden.
Wer dann Fragen stellt oder Widerspruch äußert, gilt nicht mehr als jemand, der prüft, sondern als jemand, der angeblich Gottes Autorität infrage stellt.

Doch genau das widerspricht dem biblischen Zeugnis.
Gottes Offenbarung entzieht sich nicht der Prüfung durch Sein Wort.
Und geistliche Leitung steht niemals über der Schrift – egal, wie „gesalbt“ sie sich nennt.

Spätestens an diesem Punkt stellt sich jedoch eine noch grundlegendere Frage.
Wenn das Reich Gottes nicht mehr klar an Christus, Wiedergeburt und Erlösung gebunden ist, sondern an ein abstraktes „Gottesideal“, dann bleibt offen, wer eigentlich dazugehören darf – und auf welcher Grundlage.


Andere Religionen – das theologische Grundproblem

Wagner schreibt, auch Nichtchristen oder Angehörige anderer Religionen könnten Teil dieser „Transformation“ sein, solange sie ein bestimmtes „Gottesideal“ teilen⁷.
Mir geht es hier nicht um Kulturkritik.
Sondern um einfache theologische Logik:

Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus – sie alle geben unterschiedliche Antworten auf die Grundfragen des Lebens⁸:

Wer ist Gott?
Was ist Wahrheit?
Was ist Sünde?
Wie wird ein Mensch gerettet?

Diese Weltbilder sind nicht kompatibel.

Wenn das Ziel wirklich sein soll, „Gottes Reich“ sichtbar zu machen, funktioniert das nicht durch eine Mischung religiöser Konzepte.


Die Bibel ist klar:

Einheit entsteht allein durch Christus, nicht durch gemeinsame Moral.
Ohne Wiedergeburt gibt es keine geistliche Einheit¹⁰.

Alles andere mag religiös aussehen, aber es ist nicht das Reich Gottes.


Und wir im deutschsprachigen Raum?

Ich weiß, vieles klingt „sehr amerikanisch“. Aber das 7-Mandate-Vokabular taucht inzwischen auch in europäischen Gemeinden auf – besonders dort, wo Vision und Aktivismus hoch im Kurs stehen.

Ich verstehe das. Man will etwas bewirken, nicht nur „Kirche spielen“.

Aber genau deswegen ist es so wichtig, hinzusehen:

  • Wo endet biblisches Engagement?
  • Wo beginnt eine Vision, die ohne Gnade auskommt?
  • Wo wird das Kreuz durch Macht ersetzt?

Mir fällt in diesen Texten oft eines auf:
Viel über gesellschaftliche Veränderung – wenig über Erlösung.
Viel über Einfluss – wenig über Buße.
Viel über Berge – wenig über Christus.

Am Ende bleibt für mich eine einfache, aber entscheidende Frage:
Vertrauen wir darauf, dass Gott sein Reich selbst baut, oder versuchen wir, es an seiner Stelle zu organisieren?

Die Bibel lädt uns nicht dazu ein, die Welt zu beherrschen oder einen „Himmel auf Erden“ zu errichten, sondern Christus treu zu bezeugenNicht durch Macht, sondern durch Wahrheit.
Nicht durch Einfluss, sondern durch das Kreuz.

Gerade in einer Zeit, in der viele nach schnellen Lösungen, klaren Strategien und sichtbaren Erfolgen suchen, tut es gut, sich daran zu erinnern:
Das Reich Gottes wächst nicht durch Programme, sondern durch das Wirken Gottes selbst – oft leise, oft unspektakulär, aber immer aus der Mitte Christi heraus.

Wie es weitergeht

In nächsten Beiträgen möchte ich genauer hinschauen, mit welchen Mechanismen diese Bewegung ihren Einfluss ausweiten will, und warum gerade diese Ansätze so anziehend wirken:

  • Wie im Himmel so auf Erden
  • Umverteilung von Reichtum als geistliches Prinzip
  • Gesellschaftliche Transformation als Glaubensauftrag
  • Geistliche Berufung im Berufsleben und auf dem Marktplatz

Für jetzt aber ist erst einmal eine Pause dran.
Weihnachten steht vor der Tür, und ich möchte diese Zeit bewusst nutzen, um mich auf Jesus, auf Familie und auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Die Recherche, das Lesen und das Weiterdenken gehen danach weiter – in Ruhe und mit offenem Blick.
Nicht aus Angst, sondern aus Liebe zur Wahrheit.

In diesem Sinne: Taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit.


Ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht euch,

Eure Lizzy



Fußnoten

 

Wort in eigener Sache: Die Amazon-Links sind keine Affiliate-Links und auch keine Kaufempfehlung. Sie dienen nur der Transparenz für alle, die das Thema weiter vertiefen wollen.

1.    Dominion! C. Peter Wagner,– https://amzn.eu/d/iYXKJE7

2.    https://www.gotquestions.org/seven-mountain-mandate.html

3.    https://en.wikipedia.org/wiki/Seven_Mountain_Mandate

4.    https://www.gotquestions.org/New-Apostolic-Reformation.html

5.    https://en.wikipedia.org/wiki/Dominion_theology

6.    https://www.christianity.com/wiki/end-times/what-7-mountains-of-influence.html

7.    https://ethosinstitute.sg/seven-mountains-mandate/

8.    https://www.thegospelcoalition.org/article/seven-mountain-mandate/

9.    https://www.biblegateway.com/passage/?search=Revelation+5&version=ESV

10. https://www.biblegateway.com/passage/?search=1+Peter+1%3A23&version=ESV

11. https://religioninpublic.blog/2024/05/13/belief-in-the-7-mountain-mandate-appears-to-be-growing-in-the-last-year/

12. https://e-a-l.eu/welcome/sevenmountains

13. Invading Babylon: The 7 Mountain Mandate, Lance Wallnau & Bill Johnson – https://www.amazon.com/Invading-Babylon-Mountain-Mandate-Reclaiming/dp/1621362685/


Bilderquellen:

https://dailyverses.net/de

https://www.bible.com/de

https://chatgpt.com






Freitag, 5. Dezember 2025

Die Sache mit dem geteilten Haus: Ein Abend zwischen Nachrichten, der Sofa-Bibel und kleinen Offenbarungen

Hallo meine lieben Leser, ich muß mich mal wieder um die Funkstille entschuldigen. Im Moment geht es bei der Familie Faithful auf allen Fronten rund. Ich arbeite gerade am Beitrag über das 7-Berge-Mandat, habe viel zu lesen, viel zu recherchieren – und dann alles vom Kopf aufs Papier, oder besser gesagt auf den Bildschirm, zu bekommen, ist nicht leicht, deshalb kam der Beitrag verspätet.

Was macht man also, wenn das Leben stürmt? Na klar: man taucht noch tiefer in das Wort Gottes ein und betet oft auch etwas intensiver.

Gestern Abend saß ich im Wohnzimmer, während Mr. Faithful die Nachrichten laufen hatte. Und wie so oft in letzter Zeit kann man nur den Kopf schütteln über den Zustand dieser Welt und darüber, wie weit die Menschheit von Gott abgefallen ist. Traurig… Als es mir schließlich zu viel wurde, zog ich mich mit meiner Bibel zurück.



Als ich es mir dann gemütlich gemacht hatte und zu lesen begann, ging mir mal wieder ein Licht auf. Ist es nicht wunderbar, wie viel man in diesem Buch finden kann? Wie sehr es uns durch alle Lebensphasen begleitet? Und ich könnte fast schwören, dass die lieben Engel des HERRN die Bibel jede Nacht ein wenig „umschreiben“ (das tun sie natürlich nicht), denn selbst nach fast 20 Jahren Bibellesen und Studium entdecke ich Dinge, die ich noch "nie" gelesen habe, oder so noch nie verstanden habe. 

Das erinnert mich immer wieder an eine Wahrheit, die im Hebräerbrief 4,12 (Menge 2020) so treffend formuliert ist:

„Denn lebendig ist Gottes Wort und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt hindurch, bis es scheidet Seele und Geist, Gelenke und Mark, und ist ein Richter der Regungen und Gedanken des Herzens.“

Dieser Vers beschreibt perfekt, was im Herzen eines Gläubigen passiert, wenn es auf das Wort Gottes trifft. Es bleibt nie nur „Text auf einer Seite“ – es arbeitet in uns, deckt auf, tröstet, korrigiert und richtet aus. Und manchmal, wie gestern Abend, bringt es Dinge ans Licht, die ich vorher nicht einmal gesucht habe.


Ich las dann im Markus-Evangelium weiter – diesmal in der HFA (Hoffnung für Alle), meiner gemütlichen „Sofa-Version“ (wenn die Studienbibel Feierabend hat) – und stieß dabei auf zwei kurze Verse die mich besonders ansprachen. Der ganze Abschnitt ist länger, und der ursprüngliche Zusammenhang ist ein anderer, aber das Prinzip, das Jesus hier nennt, bleibt wahr: Ein geteiltes Haus hält nicht.

Markus 3, 24–25 (HFA)

24 Ein Staat kann nicht bestehen, wenn in ihm verschiedene Herrscher um die Macht kämpfen.

25 Eine Familie, die ständig in Zank und Streit lebt, bricht auseinander. 

Mit den Nachrichten noch frisch im Kopf traf mich eine kleine Offenbarung. Dies ist die Welt, in der wir leben. Die Menschen sind uneins miteinander, wir erleben extreme Gegensätze und harte Fronten. Politisch, sozial, familiär und zwischenmenschlich. Es scheint mir, als wären Europa und viele andere Länder des Westens so zerrissen, dass ihr Fundament bröckelt. Zivilisierter Austausch ist kaum noch möglich. Familien zerbrechen nicht an Gewalt oder tiefen Traumata, sondern an Meinungen. An Worten. An unterschiedlichen Weltanschauungen. Und ja, es bricht mir das Herz.

Da sah ich gestern Abend wieder ganz deutlich: Wir versuchen, eine Welt zu reparieren, während wir gleichzeitig die tragenden Balken herausreißen. Wir reden über Werte, Systeme, Programme und Reformen – aber kaum jemand spricht über DEN, der wirklich die Macht hat, ein Herz zu heilen und ein Haus wiederaufzurichten. Ohne Christus bleibt alles Stückwerk.


Und so wurde mir einmal mehr als deutlich:
Ich kann dieses Weltchaos nicht lösen. Ich rette keine Nation, ich repariere keine Kultur, und ich klebe auch keine zerbrochenen Familien zusammen. Und ich muß erst recht nicht versuchen, für Gott Aufgaben zu übernehmen, die Er mir nie gegeben hat. Gott beruft jeden anders. Manche stehen in Politik oder Theologie, andere tragen ihren Teil im Verborgenen – zu Hause, im Beruf, in der Gemeinde. Das spielt keine Rolle. Was zählt, ist Treue. Treue in genau der Berufung, die Christus jedem einzelnen gegeben hat. Dort sind wir Salz. Dort sind wir Licht. Und nur dort wirkt Gott durch uns.

Und wenn wir ehrlich sind: Ja, das würde vieles verändern, wenn jeder Christ tatsächlich so leben würde. Vielleicht mehr, als wir ahnen. Aber eines ist sicher: Die Welt retten ist nicht unser Job. Das macht Jesus – und nur ER. Unser Auftrag ist klar und nicht verhandelbar: das Evangelium weitergeben. Punkt. Die Ewigkeit ist eine sehr lange Zeit, und wo unsere Familie, unsere Nachbarn und wir selbst sie verbringen, hängt daran, ob wir Jesus als Heiland annehmen oder nicht.

Ich habe keine großartige Menschenweisheit anzubieten, aber ich weiß eines: Jesus wird am Ende alles ordnen. Wie weiß ich das? Weil ER es versprochen hat – in Seinem Wort. Und was Gott verspricht, das hält Er.

Bis dahin bin ich eben eine müde Bloggerin mit zeitlichen Verzögerungen, die sich an Christus festhält und Schritt für Schritt weiterschreibt. Und deswegen arbeite ich weiter am 7-Berge-Mandat-Beitrag – auch wenn es etwas dauert. Danke, dass ihr mir die Zeit gebt und mich begleitet.

 

In diesem Sinne, taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit. 


Eure Lizzy