Montag, 3. August 2026

Die Archäologische Bibel (2): Schischak und das Karnak-Relief

In meinem ersten Beitrag „Die Archäologische Bibel (1): Die Merenptah-Stele“ habe ich mir angeschaut, wie eine altägyptische Inschrift das Volk Israel in der Geschichte sichtbar macht. Dabei ging es um die Richterzeit und um die Frage, ob Israel schon damals wirklich in Kanaan gelebt hat. Jetzt möchte ich ein weiteres archäologisches Fundstück zeigen, diesmal aus der Zeit nach Salomo. Nach seinem Tod teilt sich das Reich in Juda und Israel, und die Bibel erzählt dann von Rehabeam und einem ägyptischen König namens Schischak, der gegen Juda zieht und Schätze aus dem Tempel mitnimmt. Auch hier will ich wieder sehen, was die Geschichte dazu sagt und ob das mit dem Wort Gottes übereinstimmt.


In Karnak, einem großen Tempelkomplex in Ägypten, gibt es ein berühmtes Relief mit Hieroglyphen, das Schoschenk I. zeigt. Im Deutschen wird er oft auch Scheschonq genannt, und in der Bibel begegnet er uns als Schischak. Auf diesem Relief sieht man, wie Amun dem Pharao eine ganze Reihe von Gefangenen übergibt. Diese Gefangenen stehen jeweils für Städte oder Orte, die bei einem Feldzug nördlich von Ägypten erobert wurden. Gemeint ist damit das Gebiet, das man heute oft als Levante bezeichnet. Das ist die Region im östlichen Mittelmeerraum, also ungefähr das Gebiet des heutigen Israel, des Libanon, Jordaniens und von Teilen Syriens.


Unter den genannten Orten finden sich viele Namen, die auch Bibellesern vertraut sind, zum Beispiel Beth-Schean, Gibeon oder Megiddo. Viele Fachleute sehen in diesem Relief einen Hinweis auf den Feldzug Schoschenks I. in das Gebiet von Juda und Israel im 10. Jahrhundert v. Chr., also ungefähr in die Zeit, in der Rehabeam laut Bibel in Jerusalem regiert. Und genau hier wird es für uns spannend, denn die Bibel berichtet ebenfalls, dass Schischak nach Juda kommt, befestigte Städte einnimmt und schließlich bis nach Jerusalem vorrückt, wo er kostbare Dinge aus dem Tempel und dem Königshaus mitnimmt.


Für jemanden wie mich, der seinen Glauben prüfen möchte, ist das interessant: Wir haben einen ägyptischen König mit Namen und Datierung, wir haben ein großes Relief, das seinen Feldzug in die südliche Levante zeigt, und wir haben einen biblischen Bericht über einen Angriff desselben Königs auf Juda. Name, Zeit und Region passen erstaunlich gut zusammen und geben dem biblischen Text einen historischen Rahmen, der sich mit Quellen außerhalb der Bibel berühren lässt. Gleichzeitig ist es mir wichtig, hier ehrlich zu bleiben: Das Relief nennt zum Beispiel nicht ausdrücklich „Jerusalem“ und erzählt uns auch nicht Wort für Wort das, was 1. Könige 14 oder 2. Chronik 12 beschreiben. Deshalb spreche ich hier nicht von einem direkten Beweis, sondern von einem starken historischen Kontext. Das Bild aus Karnak zeigt, dass ein König wie Schoschenk I. tatsächlich einen Feldzug in genau jene Gegend führte, von der die Bibel berichtet. Es stützt den Hintergrund der Geschichte, ersetzt aber nicht jede einzelne Aussage der biblischen Texte. Darin liegt für mich schon genug, um dankbar weiterzudenken, denn nicht jede Frage braucht einen perfekten Beweis, wenn der geschichtliche Rahmen bereits so viel trägt.

Nun bin ich gespannt, wohin mich meine Spurensuche als Nächstes führt.


In diesem Sinne: Sei auch du mutig in deinen Nachforschungen und freue dich über jede gefundene Wahrheit.

Lizzy

-            Scheschonq I (Schoschenk I) – Überblick zu Person, Regierungszeit und Palästinafeldzug, inkl. Bautätigkeit in Karnak.
Scheschonq I. – Wikipedia (deutsch)wikipedia

-            Bubastidenportal in Karnak – Beschreibung des Tempelbereichs und des Reliefs von Scheschonq I mit der Liste eroberter Städte in der südlichen Levante.
Bubastite Portal – Wikipedia (englisch)wikipedia

-            Kurze populäre Darstellung des Karnak‑Reliefs als Bestätigung des biblischen Berichts über Schischaks Angriff auf Juda.
Karnak Relief of Shishak – Ancient Inscriptionbiblexika

-            -  Hintergrund und Rekonstruktion des Feldzugs Schoschenks I nach Palästina im Vergleich von ägyptischen Reliefs, archäologischen Daten und hebräischer Bibel.
Kevin A. Wilson, The Campaign of Pharaoh Shoshenq I into Palestine (Mohr Siebeck / akademische Zusammenfassung).



Dienstag, 28. Juli 2026

Die Sache mit Klatsch und Tratsch – Worte, die bleiben

Neulich hatten Mr. Faithful und ich uns entschieden, einen Kaffee trinken zu gehen. Als wir in unserem Stammcafé ankamen, sahen wir sofort auch eine Gruppe von Freunden und Bekannten, die den Schatten auf der Außenterrasse genossen. Wir setzten uns dazu, bestellten bei der netten jungen Kellnerin unsere Getränke und richteten unsere Aufmerksamkeit auf die Gespräche.

Die Männer auf einer Seite sprachen sofort über Fußball, und als ich mich den Damen zuwandte, wurde ich selbst sehr schnell still. Wie so häufig ging es um Klatsch und Tratsch. Wer hat das neueste Auto, wessen Kind hat Erfolg, wessen Kind ist auf der falschen Spur, wer arbeitet hart und viel und wer liegt auf der faulen Haut. Bewertungen von außen, ohne wirklichen Einblick in die persönlichen Situationen, begleitet von stichelnden Kommentaren und häufig mit dem Beisatz: „Mal nur unter uns.“ Vertrauliche Sorgen und Schwierigkeiten werden unbedacht in den Tag hinein geschwatzt, als Zeitvertreib und Amüsement. So entstehen leicht Gerüchte, die dann in der Nachbarschaft blühen und gedeihen und unsichtbar unglaublichen Schaden anrichten.

Als ich den unterschiedlichen Damen zuhörte, und ja, auch Männer tratschen, wurde ich recht nachdenklich. Denn ganz ehrlich gesagt bin auch ich schon häufig in diese Sünde verfallen.

Und ja, es ist Sünde. Die Bibel hat überraschend viel zu diesem Thema zu sagen, und auch über die Konsequenzen im Hier und Heute, nicht erst vor unserem Heiland Jesus.

Das hebräische Wort für Klatsch und Tratsch wird im Alten Testament sinngemäß für jemanden verwendet, der Geheimnisse verrät, ein Schwätzer und Skandalverbreiter ist. Es geht um verleumderisches Reden.

In den Sprüchen heißt es:

Sprüche 20,19
Wer als Verleumder umhergeht, deckt Geheimnisse auf; darum lass dich nicht ein mit dem, der seine Lippen aufsperrt.

Sprüche 11,12-13
Wer seinen Nächsten verachtet, ist ohne Verstand; ein verständiger Mann aber schweigt still. Ein Verleumder enthüllt Geheimnisse, ein treuer Geist aber deckt die Sache zu.

Sprüche 16,28
Ein verkehrter Mensch richtet Zank an, und ein Verleumder trennt gute Freunde.

 


Aber warum ist Klatsch und Tratsch so schlimm? Weil er unsere Meinung über andere Menschen beeinflusst und verändert. Wenn man gewisse Dinge einmal gehört hat, ist es schwer, sie wieder zu vergessen. Unser Ruf ist etwas Wichtiges im Leben, und ein unbedachtes Gespräch hinter vorgehaltener Hand kann den Ruf einer Person unwiderruflich schädigen.

Das erinnert mich an eine Geschichte, die den Schaden von Klatsch und Tratsch sehr eindrücklich veranschaulicht. Es wird oft von der ungewöhnlichen Buße erzählt, die der heilige Philipp Neri einer Frau für ihre Sünde des Klatschens auferlegte. Er bat sie, ein Federkissen auf die Spitze des Kirchturms zu bringen, es dort aufzureißen und alle Federn vom Wind davontragen zu lassen. Das war sicher nicht die Art von Buße, an die diese Frau oder irgendeine von uns gewöhnt gewesen wäre.

Doch damit war es nicht getan. Philipp Neri gab ihr noch eine zweite, viel schwierigere Aufgabe. Sie sollte vom Glockenturm hinuntersteigen und alle Federn wieder einsammeln, die über die ganze Stadt verstreut worden waren. Natürlich konnte die arme Frau das nicht schaffen, und genau das wollte Philipp Neri mit dieser Buße verdeutlichen. Wenn wir mit unseren Worten andere schlechtmachen, dann verbreiten sich unsere verletzenden Aussagen überallhin und lassen sich nicht mehr einsammeln. Sie entehren und spalten Menschen noch lange, nachdem wir sie ausgesprochen haben, weil sie in den Köpfen nachklingen und von einem Klatschmaul zum nächsten weitergegeben werden.

Klatsch und Tratsch wird schnell zu einem Gerücht, und die Schäden sind oft nicht mehr absehbar. Und selbst wenn man sich noch so sehr bemüht, die Dinge geradezurücken, bleibt doch bei den Menschen ein kleiner Zweifel im Hinterkopf, ob nicht vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit an dem Gerücht war. Und so sieht man den anderen Menschen nie wieder mit denselben Augen.


Eine der schlimmsten Arten des Tratschens habe ich früher in meiner Gemeinde im Gebetstreffen erlebt, und lange Zeit habe ich es nicht einmal als solches wahrgenommen. Unter dem Gedanken, dass wir füreinander beten müssen, wurden schnell Dinge geteilt, die eigentlich nur einer oder zwei Personen im Vertrauen gesagt worden waren. Und plötzlich hörten im Gruppengebet alle von den privaten Sorgen und Schwierigkeiten der Brüder und Schwestern.

Wie kann man das Ganze nun umgehen? Viele würden sagen, dass es ja nur um Gespräche geht und gar nicht böse gemeint ist. Und ich stimme zu, dass die Grenze zwischen einem normalen Gespräch über Freunde, Bekannte oder Mitarbeiter und Klatsch und Tratsch sehr schmal ist.

Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man über jemand anderen spricht:

  1. Ist es die Wahrheit?
  2. Ist es freundlich und gut?
  3. Ist es aufbauend?
  4. Ist es notwendig?

Wenn wir denn über andere reden, dann sollten wir darauf achten, nur Gutes über sie zu sagen. Denn auch wenn wir manches wissen, heißt das nicht, dass es ausgesprochen werden muss. Es kann zwar gute Gründe geben, auch Schwieriges anzusprechen, aber dann direkt mit der betreffenden Person selbst oder mit jemandem, der wirklich zur Lösung des Problems beitragen kann. In der Arbeitswelt über Menschen mit anderen zu sprechen, die weder helfen noch etwas ändern können, ist nicht nur schädlich, sondern auch die Definition von Tratsch. Im Privaten gilt etwas anderes: Dort sprechen wir erst dann, wenn wir um Hilfe gebeten wurden, und auch dann nur mit dem Einverständnis der betreffenden Person, wenn es nötig ist, andere mit einzubeziehen.

Darum lasst uns achtsam mit unseren Worten umgehen. Möge der Herr uns helfen, unsere Zunge zu hüten und in Liebe so zu reden, dass es anderen dient. Worte können schützen, Frieden schaffen und einem anderen Menschen Ehre erweisen.

In diesem Sinne lasst uns achtsam mit unseren Worten umgehen und einander in Liebe begegnen.


Lizzy


Quellen & Co

Die Federn vom Kirchenturm

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Dienstag, 21. Juli 2026

Die Archäologische Bibel (1): Die Merenptah‑Stele

Ich bin jemand, der wissen will, warum ich glaube, was ich glaube. Eine meiner größten Herausforderungen im Leben war es, Fräulein Faithful im Glauben zu erziehen – zu einem tiefen Glauben, der nicht durch unbedachte oder herausfordernde Kommentare oder Fragen sofort ins Wanken gerät. Mir ging es nie darum, einfach an Christus zu glauben, nur weil er in meinem kulturellen Bild verankert ist oder weil man das „eben so macht“. Ich will die Wahrheit. Es gibt viele verschiedene Religionen, und jede beansprucht die Wahrheit für sich. Woher wissen wir also, dass gerade das Christentum korrekt ist?

 

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten des Prüfens. Eine davon ist die Archäologie. Die Frage lautet: Finden wir die Geschichten und die Völker der Bibel in der allgemeinen Weltgeschichte wieder? Wenn ja, dann können wir die Bibel zunächst einmal als historisches Dokument ernst nehmen – ein erster Schritt in die richtige Richtung für den Skeptiker. Ein Beispiel für diesen Weg des Prüfens ist die sogenannte Merenptah‑Stele. Sie ist eine altägyptische Siegesinschrift aus schwarzem Granit, heute im Ägyptischen Museum in Kairo zu sehen, und stammt aus dem 5. Regierungsjahr des Pharao Merenptah, also ungefähr 1208/1207 v. Chr. Auf den ersten Blick ist sie nur ein politisches Propagandadokument: Der Pharao lässt seine militärischen Erfolge in Libyen und Kanaan feiern und in Hieroglyphen verewigen. Doch in den letzten Zeilen passiert etwas, das für jemanden wie mich, der seinen Glauben prüfen will, sehr interessant ist: Zwischen Städten wie Ashkelon, Gezer und Yanoam taucht plötzlich ein Volksname auf – Israel. Der Text sagt sinngemäß: „Israel ist verwüstet, seine Saat ist nicht.“ In den Hieroglyphen wird Israel nicht als Land oder Stadt, sondern als Volk gekennzeichnet – eine Gemeinschaft von Menschen im Raum Kanaan, wichtig genug, dass der Pharao sich damit rühmt, sie geschlagen zu haben.

Merenptah‑Stele

Für meine Spurensuche bedeutet das: Hier spricht kein biblischer Autor, sondern ein ägyptischer König, der sicher keine „probiblische Tendenz“ hatte. Trotzdem bestätigt er indirekt, dass im späten 13. Jahrhundert v. Chr. ein Volk namens Israel in Kanaan existierte – ungefähr in dem Zeitraum, in dem die Bibel die Richterzeit und die frühe Geschichte Israels verortet. Die Merenptah‑Stele ist damit die älteste bekannte außerbiblische Erwähnung Israels. Sie zeigt, dass das biblische Israel nicht nur im eigenen Heiligen Text vorkommt, sondern auch in der Geschichtsschreibung anderer Völker seinen Platz hat. Für mich ist das kein endgültiger Beweis für jede Aussage der Bibel. Aber es ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass der biblische Bericht nicht losgelöst von der Geschichte steht, sondern in einer realen Welt mit echten Völkern und Konflikten verankert ist. Wer glaubt und gleichzeitig fragen will, findet in solchen Funden keinen Ersatz für Vertrauen, aber eine Entlastung: Der Weg des Christenglaubens muss nicht blind an der Wirklichkeit vorbeigehen, sondern darf sich den Spuren stellen, die Geschichte und Archäologie tatsächlich hinterlassen haben. Genau dort, wo Glaube und Geschichte sich berühren, beginnt für mich die spannende Aufgabe: weiter zu prüfen, weiter zu lernen – und gerade dadurch bewusster zu glauben.


In diesem Sinne, sei mutig in deinen Nachforschungen – und freue dich über jede gefundene Wahrheit.


Lizzy

Quellen

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Dienstag, 14. Juli 2026

Plauderecke – Wann hast du das letzte Mal für dein Land gebetet?

Ich merke, dass mich Teile aus meinem letzten Beitrag immer noch nicht loslassen. Damals ging es auch darum, wie sehr unser Verhalten, unsere Worte und unsere Moral Einfluss auf unser Umfeld hat. Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir: Es hört nicht bei meiner Familie oder meiner Firma auf. Es geht weiter bis hin zu unserem Land und zu denen, die uns regieren.

Wenn ich mir die Nachrichten ansehe und höre, merke ich, wie viel Frust es über Politik, Parteien und Entscheidungen gibt. Dann spüre auch ich bei mir ganz schnell denselben Reflex wie bei so vielen anderen: schimpfen, den Kopf schütteln, mich ärgern. Aber genau da denke ich an meine Geschichte in der Firma zurück. Dort wäre es nie besser geworden, wenn ich nur zu Hause über die Umgangsformen geschimpft hätte. Verändert hat sich etwas erst dann, als ich angefangen habe zu beten und Gott ganz bewusst in diese Situation einzuladen.

Und mittlerweile wird es mir immer klarer: Mit meinem Land ist es im Grunde dasselbe. Schimpfen ist leicht, aber beten kostet mich etwas. Es ist viel einfacher, über „die Politik“ zu diskutieren, als mit einem ehrlichen Herzen vor Gott für mein Land und seine Regierung einzustehen. Gerade auch dann, wenn nicht immer die Partei an der Macht ist, die ich mir persönlich wünschen würde. Meine Verantwortung vor Gott hört ja nicht einfach auf, nur weil mir Entscheidungen oder Personen nicht gefallen.


Ich glaube, wir übersehen, wie groß die geistliche Bedeutung von Gebet für unser Land ist. Die Bibel erzählt an vielen Stellen davon, dass Gott ganze Völker im Blick hat und nicht nur einzelne Menschen. Es zeigt sich immer wieder, wie ernst Er es nimmt, wenn ein Volk sich von Ihm entfernt, und wie sehr es Ihn ehrt, wenn Menschen umkehren und Ihn suchen. Und irgendwo mitten in diesem großen Bild der Welt und Politik stehen unsere kleinen, oft unscheinbaren Gebete, die wir vielleicht kurz zwischen zwei Nachrichtenmeldungen sprechen.

Wenn ich ehrlich bin, fällt es auch mir schwer, immer daran zu denken, auch für eine Regierung zu beten, mit der ich vieles nicht teilen kann. Diese Gebete fühlen schnell seltsam und schwerfällig an. Und trotzdem weiß ich aus meiner eigenen Erfahrung: Gott ist größer als jede Partei und jedes System. Er hat in meiner Firma Dinge verändert, ohne dass ich irgendjemanden direkt ansprechen musste. Nicht durch mein Schimpfen, sondern durch Sein stilles Wirken, während ich einfach treu geblieben bin im Gebet.

Darum stelle ich mir zuerst selbst und dann dir diese Frage:

Wann hast du das letzte Mal ganz bewusst für dein Land und seine Regierung gebetet?


Ich meine nicht nur geschimpft und den Kopf geschüttelt, sondern Gott konkret darum gebeten, in deinem Land einzugreifen, zu korrigieren, zu bewahren und Herzen zu verändern. Vielleicht beginnt sich genau dort etwas zu bewegen, ohne dass du es sofort siehst – so wie damals in meiner Firma.

Wenn dich das Thema biblisch tiefer interessiert, möchte ich dich ermutigen, es in der Bibel selber weiter zu verfolgen. Schau dir einmal das Gebet von Daniel an, besonders Kapitel 9, wo er im Exil für sein Volk Israel eintritt. Oder lies die Gebete von Nehemia, der für sein Volk und die zerstörte Stadt klagt, bevor er aktiv wird. Auch die Psalmen sind voll von Gebeten für Volk, Stadt und Land und zeigen, wie Menschen ihre Nation vor Gott bringen. All diese Beispiele machen deutlich, dass Gott die leisen, treuen Gebete seiner Kinder ernst nimmt, damals wie heute.

In diesem Sinne, sei mutig und treu in den kleinen Schritten, auch im Gebet für dein Land.


Lizzy


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Dienstag, 7. Juli 2026

Wie kann ich Gott heute dienen?

Immer wieder höre ich Menschen sagen: „Wenn Gott mich mit diesem oder jenem segnet, dann, ja dann werde ich ........ für sein Reich tun.“ Jeder hat da so seine eigene große Idee im Kopf. Es wirkt oft so, als würde man darauf warten, dass Gott erst große Zeichen setzt, bevor man selbst aktiv wird. Am Ende verbringt man sein Leben im Startblock, ohne jemals das Rennen zu beginnen. Es klingt, als würde etwas Entscheidendes fehlen, das Gott erst noch geben muss, bevor wir wirklich handeln können.
 

Doch schauen wir einmal ehrlich auf unser Leben: Wir sind bereits überreich gesegnet. Wir leben in einem Teil der Welt, der uns einen Luxus bietet, den wir oft gar nicht mehr als solchen wahrnehmen. Ein sicheres Dach über dem Kopf, warmes und sauberes Wasser, volle Läden mit Lebensmitteln, Handys, Computer, Spielkonsolen, Waschmaschinen und Heißluftfritteusen, all das, was das Leben leicht macht. Und auch wenn Europa im Moment einiges an Sicherheit verliert, leben wir trotzdem sehr privilegierte Leben.

Trotz all dieses Segens spüren wir aber, wenn wir ehrlich sind, dass etwas nicht stimmt. Ein Grund für manche Unsicherheit ist, dass der Gott der Bibel aus der Gesellschaft verdrängt wurde. Selbst unter denen, die noch an Ihn glauben, warten viele auf bestimmte Segnungen oder soll ich besser Wunscherfüllungen sagen, bevor sie bereit sind, selbst etwas für das Reich Gottes zu tun.

Die Bibel zeigt uns, dass dieses Muster nicht neu ist. Wir wissen aus der Schrift, dass Gott Nationen richtet, und zwar danach, wie nah oder fern sie sich von Ihm befinden. Das ganze Alte Testament ist ein historischer Bericht über die Israeliten, ihren Abfall von Gott und ihre Rückkehr zu Ihm. Es gelten klare geistliche Regeln: Wenn sich das Volk von Gott abwendet, dann nimmt Er seine Hand vom Volk. Der Vater ist ein Gentleman, Er zwingt niemanden in seinen Segen, aber Er ist auch gerecht. Mit anderen Worten: Wo Sünde ist, da ist auch Gericht.

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Vor diesem Hintergrund stellt sich für uns als Christen eine entscheidende Frage: Wie leben wir unseren Auftrag in dieser Zeit? Als Christen haben wir klare Marschbefehle: „Macht Jünger in dieser Welt.“ Aber wie macht man das als ganz normaler Mensch? Als jemand, dem keine großen Reichtümer zur Verfügung stehen oder der kein besonderes Talent zum Predigen oder Schreiben hat?

Hier möchte ich dir eine ganz persönliche Frage stellen und dich zugleich ermutigen: Was ist es, was du genau jetzt hast, womit du Gott dienen kannst? Bist du gesund und fit? Dann kannst du vielleicht deinen älteren Nachbarn helfen, gerade jetzt im Sommer mit den Hitzewellen. Wie schwer ist es wirklich, zu klingeln und zu fragen, ob alles in Ordnung ist oder ob sie etwas brauchen? Es kostet keinen Cent, nur ein wenig Überwindung.

Außerdem können wir Gott nicht nur mit Taten, sondern auch mit Worten in unseren Alltag holen. Kannst du mutig sein und Gott und Jesus einfach ganz natürlich in Gespräche einfließen lassen? Nicht predigend, sondern in Dankbarkeit und Lobpreis. Einer der Lieblingssätze in der Familie Faithful ist: „Da hat der liebe Gott aber gut auf mich aufgepasst.“ Du ahnst gar nicht, wie oft aus solchen leicht dahingesagten Sätzen ernsthafte Gespräche entstehen können.

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Ich persönlich habe vor langer Zeit entschieden, dass ich mich ganz offen als Christin zu erkennen gebe. Das ist nicht immer leicht, aber ich weigere mich, dem Feind Territorium durch Schweigen abzutreten. Ich bekenne Jesus, und das hat schon zu vielen positiven Veränderungen geführt, zum Beispiel in meiner Firma. Als ich dort anfing, waren Flüche und grobe Scherze die Normalität. Heute sieht das anders aus.

Interessant ist, dass ich mich nie beschwert oder Menschen direkt darauf angesprochen habe, sondern einfach gebetet habe. Und doch hat sich etwas verändert. Heute kommen solche Sprüche nur noch selten vor, und oft entschuldigen sich die Personen sogar bei allen Anwesenden. Nicht wegen mir, sondern wegen der Präsenz des Heiligen Geistes. Dort, wo Christen treu sind, geschehen auch heute noch viele Wunder.

Vielleicht denkst du jetzt: „Flüche und grobe Scherze, ist das wirklich so wichtig?“ Ja, ehrlich, das ist es. Gerade an solchen scheinbar kleinen Dingen merken wir, wie weit wir als Zivilisation schon gefallen sind. Wie wenig Moral in dieser Welt noch übrig ist. Alle schimpfen darüber, wie schlimm alles geworden ist und wie sehr sich die Welt zum Schlechten entwickelt, aber kaum jemand ist bereit, bei sich selbst anzufangen.

 


Vielleicht klingt das alles nach einem großen Auftrag, und du spürst, wie schwer es ist, überhaupt anzufangen. Aber Dienst für Gott ist oft viel kleiner und unscheinbarer, als wir denken. Es ist nicht immer die große Bühne oder das besondere Projekt. Hast du ein wenig Zeit, dann hilf in deiner Gemeinde beim Saubermachen. Siehst du einen älteren Nachbarn, der sich mit seinen Einkäufen abmüht, dann geh hin und trag eine Tasche mit. Geh ein Stück langsam neben ihm her und schenk ihm ein offenes Ohr, vielleicht ist das das einzige Gespräch, das er in dieser Woche führt. Genau so, mitten in unserem ganz normalen Alltag, fängt es an, dass wir Gott dienen und sein Licht in diese Welt tragen.

In diesem Sinne, seid mutig und treu in den kleinen Diensten des Alltags.


Eure Lizzy


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Dienstag, 30. Juni 2026

Meine Gedanken zur Fußball-WM: Der Zug hat keine Bremse... wirklich?

Das Ausscheiden Deutschlands bei der Fußball-WM hat natürlich viele Gespräche ausgelöst. Man hörte Aussagen wie: „Hochmut kommt vor dem Fall“ oder „Wer keine Tore schießt, verliert.“ Mein Gedanke ging dabei eher zu Sprüche 18,21: „Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge.“ Das wirkt zunächst wie zwei verschiedene Gedanken, gehört aber eng zusammen.

 
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Gerade rund um die WM entsteht schnell eine Dynamik aus Erwartungen, Emotionen und großen Worten. Es wird nicht nur analysiert, sondern auch gefeiert, gesungen und gewettet. Viele investieren viel Zeit und Geld in diese Wochen. Wenn dann eine ganze Nation, bewusst oder unbewusst, Lieder grölt wie „Der Zug hat keine Bremse“, klingt das nach Stärke und Selbstvertrauen, ist es aber nicht. Solche Worte sind nicht neutral. Ein Zug ohne Bremse kommt nicht am Ziel, sondern irgendwo an, wenn überhaupt.

Die Bibel macht deutlich, dass Worte Wirkung haben. Sie prägen das Denken, beeinflussen die Haltung und können eine Richtung vorgeben. Ein Zug ohne Bremse ist dabei kein Bild für Freiheit, sondern für fehlende Kontrolle. Es fehlt die Möglichkeit, innezuhalten, zu korrigieren oder sich neu auszurichten.

Übertragen auf die Situation zeigt sich, wie schnell aus Selbstvertrauen Selbstüberschätzung werden kann. Wenn Worte groß werden, ohne in Demut gegründet zu sein, entsteht eine Schieflage. Genau hier setzt die biblische Warnung an.

Denn Gott hat uns nicht ohne Orientierung gelassen. Sein Wort ist Maßstab und Korrektiv. Es führt nicht in Maßlosigkeit, sondern in Klarheit und Selbstbeherrschung. Die Zunge kann aufbauen oder zerstören, und am Ende wird jeder die Frucht seiner Worte tragen.

Der Ausschied kann deshalb auch eine Erinnerung sein. Nicht alles, was sich stark anhört, trägt auch wirklich. Und nicht jede Dynamik führt zum Ziel. Entscheidend ist nicht, wie laut oder überzeugt etwas gesagt wird, sondern ob es in der Wahrheit gegründet ist.



In diesem Sinne: Tauche tief in Gottes Wort ein und prüfe, was du redest. Denn Worte sind nicht belanglos. Sie haben Gewicht und bringen Frucht.


Eure Lizzy



P.S.: Dieses sogenannte Lied verdient fast einen eigenen Beitrag, so furchtbar empfinde ich das.