Ein neuer Beitrag – und eine alte Beobachtung
Ich kann es kaum glauben – ist wirklich ein ganzer Monat seit meinem letzten Beitrag vergangen? Sind wir tatsächlich schon mitten im Januar? Wer hat bitte die Zeit gestohlen? Nun ja: Familie Faithful hatte ein sehr schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Aber wie das so ist – der Urlaub ist vorbei, der Alltag ist wieder eingezogen. Und irgendwann kam der Punkt, an dem ich mich fragte, worüber ich eigentlich schreiben könnte. Der nächste Serienbeitrag ist noch in Arbeit. Und während ich darüber nachdachte, erinnerte mich der Heilige Geist an etwas, das mir in den letzten Wochen immer wieder aufgefallen war.
Wie jedes Jahr in der Vor- und Nachweihnachtszeit besucht man viele Geschäfte, man ist bei Freunden und Bekannten zu Gast, und natürlich schaut man sich um. Und was mir fast überall auffiel, war Dekoration. Ich meine dabei nicht Weihnachtsbäume oder Nussknacker. Ich meine etwas anderes: Götzen.
„Das ist doch nur Deko … oder?“
Praktisch überall, wo ich hinkam, fanden sich Buddhas und Hindu-Statuen, Traumfänger in Fenstern, japanische Dämonenmasken an den Wänden. Kleine Statuen, große Statuen, freundlich lächelnd, scheinbar harmlos. Und niemand scheint sich daran mehr zu stoßen.
„Aber Lizzy, jetzt sei doch nicht so“, höre ich es förmlich. „Buddhas sind doch süß – der dicke Bauch, das lachende Gesicht. Und die anderen Figuren sind doch elegant, machen eine schöne Atmosphäre oder sind richtig cool. Das ist doch einfach Deko. Total Zen. Du übertreibst doch sicher, oder?“
Übertreibe ich wirklich?
Was die Bibel dazu sagt
Die Bibel ist an diesem Punkt erstaunlich eindeutig:
„Du sollst dir kein Bildnis machen, noch irgendein Gleichnis von dem, was im Himmel oben oder auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen; denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott“
(2. Mose 20,4–5).
Und genau hier beginnt das eigentliche Problem. Nicht erst dort, wo Menschen sich vor Statuen niederwerfen oder Räucherstäbchen anzünden. Sondern viel früher. Dort, wo wir anfangen, Spiritualität zu verniedlichen, zu ästhetisieren, zu „neutralisieren“ – und sie dann wie ein Wohnaccessoire in unseren Alltag integrieren, ohne uns auch nur einen Moment ehrlich zu fragen: Was ist das eigentlich? Und was tue ich da?
Ein altes Muster: Das goldene Kalb
Ich persönlich glaube, wir verstehen die Welt, in der wir leben, falsch. Und wir verstehen uns selbst falsch. Der Mensch hat seit jeher die Angewohnheit, Dinge wegzuerklären, umzudeuten, zu rechtfertigen oder schlicht zu ignorieren. Unsere Generation ist darin nicht einzigartig – nur besonders effizient, bequem und dazu noch unwissend. Schon das Volk Israel liefert uns ein erschreckend klares Beispiel dafür, wie schnell Götzendienst entsteht.
Im zweiten Buch Mose, als Mose länger auf dem Berg blieb und nicht zurückkam, wurde das Volk unruhig. Und was sie dann sagten und taten, ist aufschlussreicher, als man auf den ersten Blick meint:
„Auf, mache uns Götter, die vor uns hergehen! Denn wir wissen nicht, was diesem Mann Mose widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführt hat.“
(2. Mose 32,1)
Hier wird nichts beschönigt. Die Israeliten sprechen nicht vom HERRN. Sie bitten nicht um ein Zeichen, nicht um eine Erinnerung, nicht um Hilfe. Sie verlangen neue Götter. Und noch etwas ist bemerkenswert: Sie schreiben die Befreiung aus Ägypten nicht Gott, sondern Mose zu.
Abkehr trotz sichtbarer Gegenwart Gottes
Und das ist das eigentlich Erschütternde daran: Gott war keineswegs abwesend. Er hatte sich dem Volk sichtbar offenbart – als Wolkensäule am Tag, als Feuersäule bei Nacht. Am Sinai kam er in gewaltiger Weise herab, für alle sichtbar, in Feuer, Rauch und Donner. Gottes Gegenwart war Realität, nicht Theorie.
Und dennoch geschieht in diesem Moment etwas Entscheidendes. Als Mose aus dem Blickfeld verschwindet, verschiebt sich der Bezugspunkt. Nicht, weil Gott abwesend wäre – seine Gegenwart war weiterhin sichtbar und real –, sondern weil der Mensch beginnt, sich ihr zu entziehen.
Gott bleibt derselbe. Er führt, spricht, fordert und wartet. Doch genau darin liegt die Spannung. Seine Nähe lässt sich nicht lenken. Seine Wahrheit nicht anpassen. Sein Wille nicht formen. Und an diesem Punkt beginnt der Mensch, nach etwas anderem zu greifen.
Wie Götzen und Religionen entstehen
Hier zeigt sich ein Mechanismus, der sich durch die gesamte Religionsgeschichte zieht.
Wo der Mensch sich der lebendigen Gegenwart Gottes verschließt, entsteht Raum für etwas, das greifbar ist. Wo Offenbarung bindet, wird etwas gesucht, das sich einfacher handhaben lässt. Und so wird etwas Neues geschaffen – nicht, weil Gott fehlt, sondern weil der Mensch sich seiner Heiligkeit entzieht.
Das goldene Kalb entsteht nicht aus Orientierungslosigkeit, sondern aus diesem Prinzip: Ein geschaffenes Objekt übernimmt eine geistliche Funktion. Es steht da. Es ist sichtbar. Es lässt sich deuten, tragen, weitergeben. Und genau deshalb kann ihm zugeschrieben werden, was eigentlich Gott gehört.
Als das Kalb fertig ist, wird es offen ausgesprochen:
„Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat“
(2. Mose 32,4).
Gottes Werk wird umgedeutet. Neu zugeschrieben. Einem Objekt zugesprochen, das aus einer neuen religiösen Vorstellung geboren wird. Der lebendige Gott wird nicht nur ignoriert – er wird ersetzt.
Das Muster wiederholt sich – bis heute
Und genau hier liegt das verbindende Prinzip zu unserer Zeit.
Denn auch heute geht es selten um offene Anbetung. Es geht – wie damals – um Ersatz. Um etwas, das da ist, wenn der Mensch sich der Wahrheit Gottes entzieht. Um etwas Sichtbares, während der lebendige Gott Vertrauen verlangt. Um etwas, das nichts fordert – und gerade deshalb angenommen wird.
Das goldene Kalb war kein historischer Einzelfall. Es war ein geistliches Muster. Und dieses Muster begegnet uns heute wieder – nur moderner, ästhetischer und gesellschaftlich akzeptiert.
Die Statuen, Masken und Symbole unserer Zeit sind geistlich gesehen nichts anderes als neu gegossene goldene Kälber. Sie stammen aus Religionen, Weltbildern und Glaubenssystemen, die nicht von Gott sind, sondern ihm widersprechen. Und dennoch werden ihnen Eigenschaften zugeschrieben, die allein Gott gehören: Frieden, Schutz, Harmonie, Orientierung, Sinn.
Symbole sind nicht neutral
Und damit sind wir bei einem Punkt, den wir oft unterschätzen: Symbole sind nicht neutral.
An dieser Stelle ist eine wichtige Unterscheidung nötig. Nicht jedes Symbol ist automatisch ein Götze. Ein Ehering ist ein Symbol – aber kein Götze. Eine Flagge ist ein Symbol. Auch Worte, Gesten und Bilder können symbolisch sein, ohne geistlich problematisch zu werden.
Der Unterschied liegt nicht in der Symbolik selbst, sondern in ihrer geistlichen Verortung.
Religiöse Symbole aus fremden Glaubenssystemen wurden nicht geschaffen, um lediglich etwas zu „erinnern“ oder „darzustellen“. Sie wurden geschaffen, um spirituelle Wirklichkeit abzubilden, zu vermitteln oder zugänglich zu machen. Sie stehen für ein bestimmtes Verständnis von Gott, Erlösung, Macht und Wahrheit.
Und genau deshalb kann man sie nicht von ihrem Ursprung trennen.
Wenn Symbolik geistliche Bedeutung übernimmt
Ein Symbol, das aus einer Religion stammt, trägt diese Religion mit sich – auch dann, wenn man sie nicht teilt. Es ist nicht leer. Es ist nicht neutral. Es ist geistlich aufgeladen, weil es von Anfang an in einem spirituellen Kontext verankert ist.
Wenn heute einem Buddha Frieden zugeschrieben wird, dann ist das keine harmlose Bedeutungsverschiebung. Es ist die Übernahme einer spirituellen Aussage: Frieden ohne Gott. Erlösung ohne Kreuz. Ruhe ohne Wahrheit. Und damit wird einem Symbol etwas zugesprochen, was allein Gott gehört.
Hier schließt sich der Kreis zum goldenen Kalb. Auch dort wurde einem geschaffenen Objekt geistliche Bedeutung und göttliches Wirken zugeschrieben. Nicht, weil das Objekt diese Macht hatte – sondern weil Menschen bereit waren, sie ihm zu geben.
Es ist nie „nur“ ein Symbol
Man kann Symbole nicht von ihrem Ursprung trennen. Geschichte verschwindet nicht durch Umbenennung. Geistliche Herkunft löst sich nicht auf, nur weil wir sie ignorieren. Ein Zeichen wirkt nicht erst dann, wenn wir es bewusst verehren, sondern schon dann, wenn wir ihm Raum geben.
Viele der Symbole, die heute unsere Wohnungen, Gärten und Lebensräume schmücken, stammen aus religiösen Systemen, die den biblischen Gott ausdrücklich ausschließen. Und dennoch schreiben wir ihnen Dinge zu, die allein Gott gehören: innere Ruhe, Schutz, Ausgleich, Sinn, Orientierung.
Damit wiederholt sich exakt das Prinzip des goldenen Kalbes – nicht in der Form, aber im Wesen.
Die entscheidende Frage
Man muss nicht niederfallen, um einen Gott zu ersetzen.
Es reicht, ihm den Platz zu nehmen, der Gott allein gehört: Vertrauen, Orientierung, Sicherheit, Sinn.
Die Bibel ist auch hier unmissverständlich:
„Was die Heiden opfern, das opfern sie den Dämonen und nicht Gott“
(1. Korinther 10,20).
Das ist keine kulturelle Bewertung. Das ist eine geistliche Einordnung. Hinter falschen Göttern steht keine Leere. Hinter ihnen steht auch nicht bloß menschliche Fantasie. Hinter ihnen steht eine reale geistliche Wirklichkeit, die im Gegensatz zu Gott steht.
Und damit zerbricht endgültig das Argument: „Das ist doch nur Deko.“
Denn geistlich betrachtet gibt es kein „nur“. Dinge haben eine Herkunft. Symbole haben eine Bedeutung. Und geistliche Realitäten verschwinden nicht, nur weil wir sie ästhetisch verpacken.
Ein letzter Gedanke
Am Ende bleibt eine sehr persönliche Frage, der wir nicht ausweichen können:
Ist mir die Deko wichtiger als Gott?
Was gibt mir wirklich Frieden?
Wem schreibe ich Schutz, Orientierung und Sinn zu?
Und weiß ich eigentlich, worauf ich mich einlasse?
Vielleicht ist heute der Moment, einmal ehrlich durch die eigenen vier Wände zu gehen – nicht mit dem Blick eines Einrichtungskatalogs, sondern mit geistlicher Nüchternheit.
Denn am Ende ist es nie nur ein Symbol.
Es geht darum, wem wir Raum geben und welche Wahrheit wir dafür preisgeben.
In diesem Sinne: Taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit.
Eure Lizzy





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