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Dienstag, 7. April 2026

Plauderecke – Der weiteste Weg

Neulich habe ich mal wieder festgestellt, wie schwierig es manchmal sein kann, angesammeltes Kopfwissen in Herzsicherheit umzuwandeln. Vor einigen Tagen in meiner Firma, ich halte die Details bewusst vage aus offensichtlichen Gründen, zeigte sich wieder einmal, dass Gott oft mitten im Alltäglichen seine leisen Lektionen schreibt. 


Wir haben einen neuen potenziellen Kunden mit einem Investitionspotenzial im sechsstelligen Bereich. Das Problem ist schnell erklärt. Der zuständige Kollege hat das Fachwissen, die Kompetenz und die nötige Motivation, spricht aber kein Deutsch. Also wurde Kollegin Lizzy aus einem anderen Fachgebiet gebeten, auszuhelfen. Kein Problem, ich kann dolmetschen.

Beim ersten Treffen lief alles gut. Alle hatten dasselbe Ziel. Trotzdem wurde ich vom Dolmetscher, trotz fehlenden Fachwissens, plötzlich zum Ansprechpartner.

Warum ich euch das erzähle? Ganz einfach. Der Glaube an einen allmächtigen, gerechten, liebevollen und allgegenwärtigen Gott beschränkt sich nicht auf den Sonntag in der Gemeinde oder die stille Morgenstunde im Bibelstudium. Gelebter Glaube ist Alltag. Jede Minute. Jede Situation. Ist das einfach? Nein.

Auch bei mir wollte sich Angst breitmachen: Angst, das Falsche zu sagen, Angst, diese Investition für die Firma zu verlieren, Unsicherheit in Bezug auf meine eigenen Fähigkeiten … alles zutiefst menschlich.



Aber unser Heiland hat uns versprochen, bei uns zu sein, für immer. Nichts in dieser Welt oder in unserem Leben geschieht, ohne dass der himmlische Vater es erlaubt. Das heißt nicht, dass wir ohne Herausforderungen, Schmerz oder Verlust leben. Aber es heißt, dass wir trotz allem getragen sind.

Es bedeutet, dass Gott einen Plan hat, vorallem auch dann, wenn wir diesen nicht verstehen oder gar erahnen können. In unserer Familie sagen wir oft, dass der liebe Gott 3D-Schach spielt. Mit anderen Worten. Nicht immer scheinen seine Züge Sinn zu ergeben, bis Er am Ende das Schachmatt setzt. Und genau in solchen Momenten wird mir neu bewusst, dass der weiteste Weg auf Erden der vom Kopf ins Herz ist,  denn nur weil ich das weiß, heißt das noch lange nicht, dass ich in jeder Situation automatisch darin lebe.


Wir müssen lernen, dass Gott keine Theorie ist, sondern gelebte Realität, besonders dann, wenn das Leben schwierig wird und sich Angst oder Sorgen einschleichen wollen. Das Wort Gottes ist keine Formel für ein problemloses Leben, sondern lebendig und aktiv; es begegnet uns mitten im Alltag. Gott steht uns in jeder Situation bei, und wir dürfen auf Seine Gnade und Liebe vertrauen. Er ist unser himmlischer Vater, und wie ein Vater führt Er uns geduldig durch alles hindurch. Selbst wenn wir stolpern, bleibt Seine Hand ausgestreckt. Der Kopf mag zweifeln, doch das Herz darf ruhen, in dem Wissen, dass wir geliebt und getragen sind.


In diesem Sinne,


Eure Lizzy


Dienstag, 10. Februar 2026

Die Sache mit den unbemerkten Alltagsgötzen


Vor einiger Zeit hatte ich einen Beitrag zum Thema Götzen im Haus geschrieben, den könnt ihr hier finden, und das Thema beschäftigt mich immer noch – aber auf einer anderen Ebene. Die Götzen im Alltag, oder besser noch: in der Freizeit.

Während meiner Recherchen für den Blog finde ich mich häufig auf YouTube wieder, ich sehe mir Predigten von den verschiedensten Lehrern an – gute, irreführende und ziemlich viel dazwischen.
Da fällt mir gleich das Zitat von Charles Spurgeon ein:

„Unterscheidungsvermögen heißt nicht, den Unterschied zwischen richtig und falsch zu kennen, sondern den Unterschied zwischen richtig und fast richtig.“

Aber darum soll es heute gar nicht gehen. Worum es mir eigentlich geht, ist eine Falle, in die ich neulich mal wieder getappt bin.



Ich suche also Videos zum Thema, und in den Empfehlungen erscheint mir dieses Kurzvideo mit einem niedlichen Katzenpaar. Wie niedlich nur mal nur schnell draufgedrückt dachte ich… eine halbe Stunde später tauchte ich wieder auf. Dreißig Minuten verschwendete Zeit in einem Alltag, der sich sowieso schon anfühlt, als hätte er zu wenig Stunden. Eine halbe Stunde gefüllt mit nichts Wertvollem – eigentlich nur viel Lärm und gedönst.

Versteht mich nicht falsch: Ab und zu abschalten ist völlig in Ordnung und auch nötig. Ein lustiges Video, ein wenig Leichtigkeit – das ist nichts Böses. Aber an diesem Tag war mein Ziel ein anderes gewesen. Und genau das löste mal wieder eine meiner inneren Gedankenkaskaden aus. Wieviel Zeit geben wir gewollt oder ungewollt den „Geistern des Alltags“? Wie viel Zeit rauben wir unserer Familie und Gott mit sinnlosem Wischen über Bildschirme?Und das löste eine weitere meiner Gedankenketten aus:

Wie viel Zeit geben wir gewollt oder ungewollt den „Geistern des Alltags“? Wie viel Zeit rauben wir unserer Familie und Gott mit sinnlosem Wischen über Bildschirme?

Ich ertappe mich immer wieder bei dem Wunsch nach der Zeit vor den Smartphones. Eine Zeit, in der Familien noch am Tisch saßen, miteinander sprachen und Kinder in Gespräche einbezogen wurden, statt vor Handy oder Tablet „geparkt“ zu werden, damit sie ruhig sind.

Ich sehe junge Mütter und Väter, zutiefst in ihrem Bildschirm versunken, während ihre Kinder versuchen, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen – und mir bricht das Herz. Was kann denn nur so wichtig sein, dass man seine Kinder und seine Umwelt kaum noch wahrnimmt?

Wie viel geht einem Menschen und gerade Kindern dadurch verloren? An Nähe, Zuwendung und menschlicher Verbindung?
Ich mache mir Sorgen um die neuen Generationen – ihnen geht durch die heutige Technik elementare menschliche Bindung 
echte Präsenz, der Blick in Augen statt auf Displays.




Und, ganz wichtig für uns Christen: Wo bleibt Gott?
Wo bleibt die Zeit für Gebet und Reflexion? Wie, in all diesem Lärm, soll der Heilige Geist denn zu uns sprechen?

Viele beschweren sich: „Gott antwortet mir nie.“
Wirklich? Oder ist unser Alltag so voll von Lärm und Ablenkung, dass wir Ihn nicht hören?

Die Frage ist eine von Prioritäten: Wer nimmt welchen Platz ein – und in welchem Ausmaß?
Wird die Liebe zum Fußball fanatisch? Muss jedes Spiel verfolgt und jedes Trikot gekauft werden? Steht das Fußballspiel vor dem Gottesdienst?
Ist die Netflix-Serie wichtiger als das gemeinsame Abendbrot?
Ist das spannende Buch wichtiger als ein Kartenspiel mit den Kindern?

Wem oder was schenken wir unsere Aufmerksamkeit?
Stellt euch einmal vor, wie intensiv unsere Beziehung zu Jesus sein könnte, wenn wir Ihm nur einen Teil der Zeit schenken würden, die täglich in Serien, Feeds, Kurzvideos und Endlos-Scrollen fließt. Nicht als fromme Leistung, sondern als echte, bewusste Hinwendung: Blick weg vom Bildschirm, Blick hin zu Ihm.


Ich habe so viele Beispiele im Kopf – auch viele, bei denen ich selbst schuldig bin –, dass ich sie gar nicht alle erfassen und aufschreiben kann. Es ist, wie so häufig, ein sehr breites und persönliches Thema, und jeder muss also mit sich selbst ins Gericht gehen. Aber ich denke, es ist den einen oder anderen Gedanken wert.

Und wer weiß, vielleicht fasse ich dieses Thema noch in der Zukunft auf, ich bin ja schließlich nicht ganz unschuldig in diesem Bereich.


In diesem Sinne,





Eure nachdenkliche Lizzy