Dienstag, 21. April 2026

Fundsache # 2 - Die An- oder Abwesenheit Gottes


Immer wieder taucht diese Frage auf:


Wenn dein Gott so liebevoll ist – warum gibt es dann so viel Böses in der Welt?

Der Text unten ist mal wieder ein Fund aus dem Internet. Er ist keine große theologische Erklärung und deckt auch nur einen Teil des Themas ab, nämlich den Gedanken, dass Böse da sichtbar wird, wo Gottes Gegenwart und Liebe fehlen. Trotzdem finde ich das Bild hilfreich, weil es diesen Gedanken einfach und anschaulich erklärt, ohne gleich zur Predigt zu werden.

Darum teile ich diese Geschichte hier als kleine Veranschaulichung, als Einstieg ins Nachdenken und Weiterfragen, eine Einladung zum Nachforschen.

  

Ein Professor an der Universität stellte seinen Studenten folgende Frage:

„Alles, was existiert, wurde von Gott geschaffen, oder?“
Ein Student antwortete mutig:
„Ja, alles wurde von Gott geschaffen.“

Daraufhin fragte der Professor:
„Wenn Gott alles geschaffen hat, dann hat Gott auch das Böse geschaffen, denn das Böse existiert. Und nach dem Prinzip, dass unsere Taten uns definieren, wäre Gott dann böse.“

Der Student verstummte. Der Professor war sehr zufrieden mit sich. Vor den Studenten prahlte er damit, erneut bewiesen zu haben, dass der Glaube an Gott ein Mythos sei.

Da meldete sich ein anderer Student zu Wort:
„Darf ich Ihnen eine Frage stellen, Herr Professor?“
„Natürlich“, antwortete der Professor.

Der Student fragte:
„Herr Professor, ist Kälte eine eigenständige Sache?“
„Was ist das für eine Frage? Natürlich gibt es Kälte. Haben Sie noch nie gefroren?“
Die Studenten lachten über diese Frage.

Der junge Mann erwiderte:
„Eigentlich, Herr Professor, gibt es Kälte nicht als eigene Größe. Nach den Gesetzen der Physik ist das, was wir Kälte nennen, in Wirklichkeit nur die Abwesenheit von Wärme. Man kann Menschen oder Gegenstände nur daran untersuchen, ob sie Energie besitzen oder weitergeben.
Der absolute Nullpunkt ist der Punkt, an dem keine Wärme mehr vorhanden ist. Alle Materie wird träge und reagiert nicht mehr. Kälte als eigene Größe gibt es nicht – wir haben das Wort erfunden, um zu beschreiben, was wir empfinden, wenn Wärme fehlt.“

Dann fuhr der Student fort:
„Herr Professor, existiert Dunkelheit?“
„Natürlich existiert sie“, sagte der Professor.
„Auch hier, Herr Professor, stimmt das so nicht. Dunkelheit ist in Wirklichkeit nur die Abwesenheit von Licht. Wir können das Licht untersuchen, aber nicht die Dunkelheit. Mithilfe eines Prismas können wir weißes Licht in verschiedene Farben aufspalten und die unterschiedlichen Wellenlängen messen. Dunkelheit kann man nicht messen. Ein einfacher Lichtstrahl durchdringt die Dunkelheit und erhellt sie.
Wie stellen wir fest, wie dunkel ein Raum ist? Wir messen, wie viel Licht vorhanden ist. Dunkelheit ist ein Begriff, den der Mensch verwendet, um zu beschreiben, was passiert, wenn kein Licht da ist.“

Schließlich stellte der Student noch eine Frage:
„Herr Professor, existiert das Böse?“
Der Professor antwortete diesmal unsicher:
„Natürlich existiert es – wie ich schon sagte. Wir sehen es jeden Tag: Grausamkeit, Verbrechen, Gewalt überall auf der Welt. Das alles sind Ausdrücke des Bösen.“

Der Student erwiderte:
„Das Böse existiert nicht als eigenständige Größe, Herr Professor – oder zumindest nicht aus sich selbst heraus. Das Böse ist einfach die Abwesenheit Gottes. Es ist wie die Dunkelheit und die Kälte: ein menschliches Wort für den Zustand, in dem Gottes Gegenwart fehlt.
Gott hat das Böse nicht geschaffen. Böse ist nicht wie Glaube oder Liebe, die so existieren wie Licht und Wärme. Das Böse ist das Ergebnis der Abwesenheit göttlicher Liebe im menschlichen Herzen – so wie Kälte entsteht, wenn keine Wärme da ist, und Dunkelheit entsteht, wenn kein Licht vorhanden ist.“




Ich bin dieser Geschichte inzwischen schon mehrfach begegnet, in leicht unterschiedlichen Versionen. Dieses Mal ist meine Quelle: https://x.com (Englisch).

Für mich bleibt sie eine kleine Erinnerung daran, wie sehr wir Gottes Nähe brauchen – nicht, weil dann plötzlich alles einfach wäre, sondern weil Sein Licht selbst in unserer Dunkelheit noch einen Unterschied macht. Die große Frage nach dem Bösen beantwortet sie nicht komplett. Aber vielleicht hilft sie dir, deine eigenen Fragen vor Gott zu bringen und mit Ihm im Gespräch zu bleiben.


In diesem Sinne,


Eure Lizzy


Eigenarchiev




Dienstag, 7. April 2026

Plauderecke – Der weiteste Weg

Neulich habe ich mal wieder festgestellt, wie schwierig es manchmal sein kann, angesammeltes Kopfwissen in Herzsicherheit umzuwandeln. Vor einigen Tagen in meiner Firma, ich halte die Details bewusst vage aus offensichtlichen Gründen, zeigte sich wieder einmal, dass Gott oft mitten im Alltäglichen seine leisen Lektionen schreibt. 


Wir haben einen neuen potenziellen Kunden mit einem Investitionspotenzial im sechsstelligen Bereich. Das Problem ist schnell erklärt. Der zuständige Kollege hat das Fachwissen, die Kompetenz und die nötige Motivation, spricht aber kein Deutsch. Also wurde Kollegin Lizzy aus einem anderen Fachgebiet gebeten, auszuhelfen. Kein Problem, ich kann dolmetschen.

Beim ersten Treffen lief alles gut. Alle hatten dasselbe Ziel. Trotzdem wurde ich vom Dolmetscher, trotz fehlenden Fachwissens, plötzlich zum Ansprechpartner.

Warum ich euch das erzähle? Ganz einfach. Der Glaube an einen allmächtigen, gerechten, liebevollen und allgegenwärtigen Gott beschränkt sich nicht auf den Sonntag in der Gemeinde oder die stille Morgenstunde im Bibelstudium. Gelebter Glaube ist Alltag. Jede Minute. Jede Situation. Ist das einfach? Nein.

Auch bei mir wollte sich Angst breitmachen: Angst, das Falsche zu sagen, Angst, diese Investition für die Firma zu verlieren, Unsicherheit in Bezug auf meine eigenen Fähigkeiten … alles zutiefst menschlich.



Aber unser Heiland hat uns versprochen, bei uns zu sein, für immer. Nichts in dieser Welt oder in unserem Leben geschieht, ohne dass der himmlische Vater es erlaubt. Das heißt nicht, dass wir ohne Herausforderungen, Schmerz oder Verlust leben. Aber es heißt, dass wir trotz allem getragen sind.

Es bedeutet, dass Gott einen Plan hat, vorallem auch dann, wenn wir diesen nicht verstehen oder gar erahnen können. In unserer Familie sagen wir oft, dass der liebe Gott 3D-Schach spielt. Mit anderen Worten. Nicht immer scheinen seine Züge Sinn zu ergeben, bis Er am Ende das Schachmatt setzt. Und genau in solchen Momenten wird mir neu bewusst, dass der weiteste Weg auf Erden der vom Kopf ins Herz ist,  denn nur weil ich das weiß, heißt das noch lange nicht, dass ich in jeder Situation automatisch darin lebe.


Wir müssen lernen, dass Gott keine Theorie ist, sondern gelebte Realität, besonders dann, wenn das Leben schwierig wird und sich Angst oder Sorgen einschleichen wollen. Das Wort Gottes ist keine Formel für ein problemloses Leben, sondern lebendig und aktiv; es begegnet uns mitten im Alltag. Gott steht uns in jeder Situation bei, und wir dürfen auf Seine Gnade und Liebe vertrauen. Er ist unser himmlischer Vater, und wie ein Vater führt Er uns geduldig durch alles hindurch. Selbst wenn wir stolpern, bleibt Seine Hand ausgestreckt. Der Kopf mag zweifeln, doch das Herz darf ruhen, in dem Wissen, dass wir geliebt und getragen sind.


In diesem Sinne,


Eure Lizzy