Dienstag, 10. Februar 2026

Die Sache mit den unbemerkten Alltagsgötzen


Vor einiger Zeit hatte ich einen Beitrag zum Thema Götzen im Haus geschrieben, den könnt ihr hier finden, und das Thema beschäftigt mich immer noch – aber auf einer anderen Ebene. Die Götzen im Alltag, oder besser noch: in der Freizeit.

Während meiner Recherchen für den Blog finde ich mich häufig auf YouTube wieder, ich sehe mir Predigten von den verschiedensten Lehrern an – gute, irreführende und ziemlich viel dazwischen.
Da fällt mir gleich das Zitat von Charles Spurgeon ein:

„Unterscheidungsvermögen heißt nicht, den Unterschied zwischen richtig und falsch zu kennen, sondern den Unterschied zwischen richtig und fast richtig.“

Aber darum soll es heute gar nicht gehen. Worum es mir eigentlich geht, ist eine Falle, in die ich neulich mal wieder getappt bin.



Ich suche also Videos zum Thema, und in den Empfehlungen erscheint mir dieses Kurzvideo mit einem niedlichen Katzenpaar. Wie niedlich nur mal nur schnell draufgedrückt dachte ich… eine halbe Stunde später tauchte ich wieder auf. Dreißig Minuten verschwendete Zeit in einem Alltag, der sich sowieso schon anfühlt, als hätte er zu wenig Stunden. Eine halbe Stunde gefüllt mit nichts Wertvollem – eigentlich nur viel Lärm und gedönst.

Versteht mich nicht falsch: Ab und zu abschalten ist völlig in Ordnung und auch nötig. Ein lustiges Video, ein wenig Leichtigkeit – das ist nichts Böses. Aber an diesem Tag war mein Ziel ein anderes gewesen. Und genau das löste mal wieder eine meiner inneren Gedankenkaskaden aus. Wieviel Zeit geben wir gewollt oder ungewollt den „Geistern des Alltags“? Wie viel Zeit rauben wir unserer Familie und Gott mit sinnlosem Wischen über Bildschirme?Und das löste bei mir mal wieder eine meiner Gedankenketten aus:

Wie viel Zeit geben wir gewollt oder ungewollt den „Geistern des Alltags“? Wie viel Zeit rauben wir unserer Familie und Gott mit sinnlosem Wischen über Bildschirme?

Ich ertappe mich immer wieder bei dem Wunsch nach der Zeit vor den Smartphones. Eine Zeit, in der Familien noch am Tisch saßen, miteinander sprachen und Kinder in Gespräche einbezogen wurden, statt vor Handy oder Tablet „geparkt“ zu werden, damit sie ruhig sind.

Ich sehe junge Mütter und Väter, zutiefst in ihrem Bildschirm versunken, während ihre Kinder versuchen, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen – und mir bricht das Herz. Was kann denn nur so wichtig sein, dass man seine Kinder und seine Umwelt kaum noch wahrnimmt?

Wie viel geht einem Menschen und gerade Kindern dadurch verloren? An Nähe, Zuwendung und menschlicher Verbindung?
Ich mache mir Sorgen um die neuen Generationen – ihnen geht durch die heutige Technik elementare menschliche Bindung 
echte Präsenz, der Blick in Augen statt auf Displays.




Und, ganz wichtig für uns Christen: Wo bleibt Gott?
Wo bleibt die Zeit für Gebet und Reflexion? Wie, in all diesem Lärm, soll der Heilige Geist denn zu uns sprechen?

Viele beschweren sich: „Gott antwortet mir nie.“
Wirklich? Oder ist unser Alltag so voll von Lärm und Ablenkung, dass wir Ihn nicht hören?

Die Frage ist eine von Prioritäten: Wer nimmt welchen Platz ein – und in welchem Ausmaß?
Wird die Liebe zum Fußball fanatisch? Muss jedes Spiel verfolgt und jedes Trikot gekauft werden? Steht das Fußballspiel vor dem Gottesdienst?
Ist die Netflix-Serie wichtiger als das gemeinsame Abendbrot?
Ist das spannende Buch wichtiger als ein Kartenspiel mit den Kindern?

Wem oder was schenken wir unsere Aufmerksamkeit?
Stellt euch einmal vor, wie intensiv unsere Beziehung zu Jesus sein könnte, wenn wir Ihm nur einen Teil der Zeit schenken würden, die täglich in Serien, Feeds, Kurzvideos und Endlos-Scrollen fließt. Nicht als fromme Leistung, sondern als echte, bewusste Hinwendung: Blick weg vom Bildschirm, Blick hin zu Ihm.


Ich habe so viele Beispiele im Kopf – auch viele, bei denen ich selbst schuldig bin –, dass ich sie gar nicht alle erfassen und aufschreiben kann. Es ist, wie so häufig, ein sehr breites und persönliches Thema, und jeder muss also mit sich selbst ins Gericht gehen. Aber ich denke, es ist den einen oder anderen Gedanken wert.

Und wer weiß, vielleicht fasse ich dieses Thema noch in der Zukunft auf – ich bin ja schließlich nicht ganz unschuldig in diesem Bereich.


In diesem Sinne,





Eure nachdenkliche Lizzy