Wer selbst Texte schreibt, kennt das vielleicht. Man liest etwas mehrfach durch, verbessert hier und da noch eine Kleinigkeit und übersieht trotzdem einen Fehler. Mir geht es jedenfalls so. Meistens ist das nicht weiter schlimm. Aber was passiert, wenn ausgerechnet das Wort „nicht“ fehlt?
1631 erschien in England eine Ausgabe der King-James-Bibel, bei der genau das passiert war. Und zwar an einer denkbar ungünstigen Stelle: in den Zehn Geboten. Statt „Du sollst nicht ehebrechen“ stand dort sinngemäß: „Du sollst ehebrechen.“ Ein einziges fehlendes Wort hatte das Gebot ins Gegenteil verkehrt.
Stellt euch vor, ihr lest nichts ahnend eure Bibel und stolpert über diese Aufforderung. Da würde ich wohl erst einmal nachsehen, ob ich mich verlesen habe.
Nach der Entdeckung wurde die Ausgabe zurückgerufen, die meisten Exemplare wurden vernichtet und die verantwortlichen Drucker mussten eine Geldstrafe zahlen. Einige Exemplare blieben trotzdem erhalten. Bekannt wurde die Ausgabe als „Wicked Bible“, also die „böse Bibel“.
Ob tatsächlich nur ein Versehen dahintersteckte, ist übrigens nicht sicher. Es gibt auch die Vermutung, dass ein Konkurrent den Fehler absichtlich verursacht haben könnte, um einem der Drucker zu schaden. Das ist allerdings eine mögliche Erklärung, keine gesicherte Tatsache.
Ich musste bei dieser Geschichte jedenfalls an meine eigenen Korrekturrunden denken. An die Fehler, die mir erst auffallen, wenn ein Beitrag längst veröffentlicht ist. Zum Glück liest Omi Faithful mit und erwischt manchmal noch den einen oder anderen Fehler, den ich übersehen habe. Manches entgeht einem eben auch beim dritten Lesen noch.
Wobei ich zu meiner Verteidigung sagen muss: Ein Gebot habe ich bisher zum Glück noch nicht ins Gegenteil verkehrt.
In diesem Sinne: Lest eure Texte gründlich durch. Und wenn ihr eine eigene Omi Faithful habt, lasst sie auch noch mal ran.
Eure Lizzy
Quellen:
