Samstag, 29. März 2025

Die Sache mit dem Kampf in meinem Herzen - Von Schuld zur Gnade

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Jahre mit Jesus. Oft empfand ich mich als unwürdig, eine gute Mutter, eine liebevolle Ehefrau oder eine engagierte Angestellte zu sein – geschweige denn eine treue Christin! Meine Schwächen und Fehler standen mir deutlich vor Augen, mein sündiges Wesen überwältigte mich. Ich wusste, dass die Bibel mir helfen könnte, doch es gab Tage, an denen ich sie nicht aufschlagen wollte. Ich war ungeduldig mit meiner Tochter, unversöhnlich gegenüber meinem Mann, traf Entscheidungen, die nicht mit Gottes Willen übereinstimmten, und schaffte es dennoch, mich vor mir selbst zu rechtfertigen.

An solchen Tagen erschien mir das Gebet unerreichbar. Die Scham lastete so schwer auf mir, dass ich mich kaum wagte, vor Jesus zu treten. Doch ist das der Weg, den Gott für mich vorgesehen hat? Heute weiß ich: Nein, das ist er nicht. Gott sei Dank habe ich im Laufe der Zeit verstanden, wie gütig und liebevoll unser himmlischer Vater ist.

Es ist richtig, dass wir uns ärgern, wenn wir gesündigt haben. Das zeigt, dass unser Gewissen noch empfindsam ist, dass wir erkennen, wenn wir etwas falsch gemacht haben. Diese Erkenntnis soll uns zur Umkehr führen. Aber manchmal kann Scham uns so sehr erdrücken, dass sie uns von Gott entfernt, anstatt uns zu ihm zu führen. Genau da liegt das Problem.

In solchen Zeiten, versuche ich mich an die Stimme in der Wüste zu erinnern, eine Stimme die auch meine eigene innere Wüste durchbricht:

"Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!" (Johannes 1,29)



Jesus ist nicht nur für die Sünden gestorben, die ich vor meiner Bekehrung begangen habe, sondern für alle Sünden. Die Schuldgefühle, die mich manchmal übermannen, sind nichts anderes als das Flüstern des Feindes. Er will mich davon überzeugen, dass ich unwürdig bin, dass meine Fehler mich von Gott trennen. Aber die Wahrheit ist: Der Feind wurde besiegt, als Jesus am Kreuz starb und wieder auferstand. Er hat keine Macht mehr über mich – es sei denn, ich gebe sie ihm, indem ich seine Lügen glaube.

Was mich befreit? Die Wahrheit über Gott und meine Identität in ihm. Ich bin nicht nur seine Schöpfung, sondern sein Kind. Er hat mich in seine Familie aufgenommen, mich versiegelt und nennt sich selbst meinen Vater im Himmel. Und ein guter Vater liebt seine Kinder, selbst wenn sie Fehler machen.

Denken wir an unsere eigenen Kinder, Neffen, Nichten oder die Kinder unserer Freunde. Wir lieben sie in jeder Phase ihres Lebens: als Babys, als Kleinkinder, in der Schulzeit, in der Pubertät und auch dann, wenn sie erwachsen sind. Hört diese Liebe auf, wenn sie Fehler machen? Nein! Auch wenn sie uns enttäuschen, würden wir sie niemals aufgeben. Wie viel mehr liebt uns unser himmlischer Vater, der vollkommen und unendlich geduldig ist?

Paulus beschreibt diesen inneren Kampf so ehrlich:

"Denn ich verstehe mein eigenes Handeln nicht. Denn ich tue nicht, was ich will, sondern ich tue das, was ich hasse." (Römer 7,15)



Es tröstet mich zu wissen, dass selbst Paulus – dieser außergewöhnliche Mann Gottes – mit sich gerungen hat. Meine Sünden wurden am Kreuz vergeben, als Jesus sein heiliges Blut für mich vergoss. Der Preis war unvorstellbar hoch, doch Jesus zahlte ihn aus Liebe.

Aber eines hat sich nicht verändert: meine menschliche Natur. Ich bin und bleibe fehlerhaft. Deshalb wende ich mich an Gott, um Weisheit zu erlangen, um zu lernen, um mich von Ihm erziehen zu lassen. Und wenn ich falle, darf ich wissen, dass Er mich auffängt und wieder aufrichtet.

Er liebt mich. Jesus liebt mich. Der Heilige Geist liebt mich. Und er erinnert mich – manchmal sanft, manchmal nachdrücklicher – daran, dass "alle gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlen" (Römer 3,23). Ich bin keine Ausnahme. Aber ebenso wenig bin ich eine Ausnahme, wenn es um seine Gnade geht.


Ich will mich nicht mehr von Schuldgefühlen niederdrücken lassen. Ich will mich daran erinnern, dass sogar Paulus kämpfte, dass Jesus für alles bezahlt hat – für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Ich will mich entscheiden, auf die Stimme der Wahrheit zu hören und nicht auf die eines besiegten Lügners. Mein Vertrauen will ich allein auf Jesus setzen.

Und ich will beten:

"Gott, ich weiß, dass ich ein Sünder bin. Ich weiß, dass ich die Konsequenzen meiner Sünde verdient habe. Doch ich vertraue auf Jesus Christus als meinen Retter. Ich glaube, dass sein Tod und seine Auferstehung meine Vergebung bewirkt haben. Ich vertraue auf Jesus und Jesus allein als meinen Herrn und Erlöser. Amen."

Dieses Gebet ist nicht nur ein Lippenbekenntnis. Es ist die Wahrheit, die mein Herz erfüllt. Ich bin erlöst, nicht wegen meiner Leistung, sondern wegen seiner unermesslichen Gnade. Und das ist das Fundament, auf dem ich stehen will.


In diesem Sinne,


Eure Lizzy

 



Dienstag, 18. Februar 2025

Die Sache mit der Erlösung - Der Mann am mittleren Kreuz

Manchmal stolper ich über tolle Sachen  – und ich weiß, ich muss die teilen. Heute geht es um eine Predigt von Alister Begg auf die ich bei Instagram gestoßen bin. Diese Predigt ist mir lange in den Gedanken geblieben, denn sie verdeutlicht Wie erlangt ein Mensch Erlösung?

Es geht hier nicht um das, was danach kommt – nicht um unseren Gehorsam, nicht um unsere Veränderung, nicht um die Frucht unseres Lebens. Natürlich gehören diese Dinge zum christlichen Leben. Sie sind Zeichen dafür, dass wir eine neue Schöpfung in Christus sind. Aber mit der Erlösung selbst haben sie nichts zu tun.

Denn die liegt allein in dem, was Christus getan hat.


  


In seiner Predigt „Die Kraft und Botschaft des Kreuzes“ stellt Begg eine einfache, aber tiefgreifende Frage:


Wenn du heute sterben würdest und vor Gott stehst – was würdest du sagen?

Wenn wir in der ersten Person antworten – weil ich geglaubt habe, weil ich vertraut habe, weil ich getan habe… – dann, sagt Begg, sind wir auf dem Holzweg. Die einzige richtige Antwort ist in der dritten Person:

„Weil ER… weil ER… weil ER…“

Er bringt ein Beispiel, das mich nicht mehr loslässt: den Dieb am Kreuz.

Denkt mal drüber nach – dieser Mann hat Jesus noch kurz davor verspottet. Er war kein Jünger. Kein Schriftkenner. Er war nie in einem Gottesdienst, hat sich nie taufen lassen, war kein Mitglied einer Gemeinde. Und trotzdem ist er im Paradies gelandet.



Stell dir die Szene vor:

Der Dieb kommt an die Himmelspforte. Ein Engel hält ihn auf.

"Was machst du hier?"

"Ich weiß es nicht."

"Wie meinst du das – du weißt es nicht?

"Ich weiß es einfach nicht."

Der Engel ruft einen Vorgesetzten.

"Gut, wir klären das. Bist du dir über die Lehre der Rechtfertigung durch den Glauben im Klaren?"

"Noch nie in meinem Leben gehört."

"Okay… was ist mit der Schriftlehre?"

Der Dieb starrt ihn an. Schließlich fragt der Engel verzweifelt:

"Auf welcher Grundlage bist du hier?"

Und die einzige Antwort des Diebes?

„Der Mann am mittleren Kreuz sagte, ich kann kommen.“



Das ist das Evangelium. Das ist die Antwort.

Wenn ich mir nicht jeden Tag das Evangelium predige, dann fange ich an, mir selbst zu vertrauen. Meiner Erfahrung. Meiner „geistlichen Leistung“. Und das führt entweder zu Verzweiflung – weil ich immer wieder scheitere – oder zu Arroganz – weil ich denke, ich hätte es im Griff.

Aber das Kreuz Christi entlarvt beides.

Deshalb, so sagt es Luther, liegt der größte Teil des christlichen Lebens außerhalb von uns. Wir werden nicht durch das gerettet, was wir tun oder bekennen. Sondern allein durch das, was Christus getan hat.

Der Mann am mittleren Kreuz sagte: „Ich kann kommen.“

Und das reicht. (Alister Begg)

 

Welch eine Predigt…. Last mich wissen was ihr denkt.


In diesem Sinne,


Eure Lizzy

 


P.S.: Die volle Predigt findet ihre hier

The Power and Message of the Cross - YouTube







Dienstag, 21. Januar 2025

Die Sache mit der Frage: „Warum Gott, warum…“

Meine lieben Leser, zuerst einmal möchte ich mich für die Funkstille im Dezember entschuldigen. Ich hatte mir zwar fest vorgenommen, mindestens einmal im Monat zu schreiben, aber die Festlichkeiten kamen dazwischen. Wir hatten das große Vergnügen, Fräulein Faithful für ganze zwei Wochen bei uns zu haben. In dieser Zeit konnten wir gemeinsam unseren Herrn Jesus feiern und das neue Jahr einläuten.

Leider Gottes hat unser neues Jahr keinen guten Start genommen. Völlig unverhofft ist unser geliebtes Haustier verstorben. Mein Herz ist schwer, denn unser kleines Kaninchen, voller Energie und Charakter, hat uns zwei Jahre lang so viel Freude gebracht. Sein unverhoffter Tod hat in unseren Herzen ein recht großes Loch hinterlassen.




Wann immer unser Leben aufgerüttelt wird – sei es durch den Tod eines geliebten Menschen oder Haustiers, durch einen Unfall oder den Verlust einer Arbeit – neigen wir dazu zu fragen: „Warum Gott, warum?“ Es ist eine natürliche Reaktion auf Schmerz und Verlust, eine Suche nach Antworten, wenn unser Herz schwer ist und wir das Leid nicht verstehen.

Habe ich die Antwort auf diese Frage gefunden? Nein, nicht wirklich. Was ich jedoch gefunden habe, ist Trost in meinem Heiland. Ich habe Trost in dem Wissen, dass Er mich und die Meinen liebt. Ich habe Trost in der Erkenntnis, dass Verlust und Schmerz keine Bestrafung sind, sondern dass sie zu den unausweichlichen Realitäten einer gefallenen Welt gehören. Schmerz, Verlust und Traurigkeit sind leider Teil dieses Lebens. Doch meine Hoffnung ruht in der Opfergabe Jesu.




Jesus hat uns versprochen, dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben finden werden – ein Leben, in dem Er all unsere Tränen trocknen wird, ein Leben in der Gegenwart Gottes, des Schöpfers dieser Welt. Dieses Versprechen ist ein Anker für meine Seele, besonders in Zeiten der Traurigkeit. Es gibt mir die Zuversicht, dass der Tod und nicht das letzte Wort hat, dass Schmerz nicht für immer andauert, sondern dass eine vollkommene Freude und ewige Gemeinschaft mit Gott auf uns warten.


3 Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.

4 Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

5 Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig.

Offenbahrung 21,3-5


Vielleicht fragt auch ihr euch manchmal: „Warum Gott, warum?“. Ich möchte euch ermutigen, eure Fragen, eure Trauer und euren Schmerz vor Ihn zu bringen. Er hört euch, und Er versteht euch. Und auch wenn die Antworten vielleicht nicht sofort kommen, kann sein Trost unsere Herzen berühren und heilen.

Möge dieser Trost auch euch in schweren Zeiten tragen.





In diesem Sinne,


Eure Lizzy