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Dienstag, 28. Juli 2026

Die Sache mit Klatsch und Tratsch – Worte, die bleiben

Neulich hatten Mr. Faithful und ich uns entschieden, einen Kaffee trinken zu gehen. Als wir in unserem Stammcafé ankamen, sahen wir sofort auch eine Gruppe von Freunden und Bekannten, die den Schatten auf der Außenterrasse genossen. Wir setzten uns dazu, bestellten bei der netten jungen Kellnerin unsere Getränke und richteten unsere Aufmerksamkeit auf die Gespräche.

Die Männer auf einer Seite sprachen sofort über Fußball, und als ich mich den Damen zuwandte, wurde ich selbst sehr schnell still. Wie so häufig ging es um Klatsch und Tratsch. Wer hat das neueste Auto, wessen Kind hat Erfolg, wessen Kind ist auf der falschen Spur, wer arbeitet hart und viel und wer liegt auf der faulen Haut. Bewertungen von außen, ohne wirklichen Einblick in die persönlichen Situationen, begleitet von stichelnden Kommentaren und häufig mit dem Beisatz: „Mal nur unter uns.“ Vertrauliche Sorgen und Schwierigkeiten werden unbedacht in den Tag hinein geschwatzt, als Zeitvertreib und Amüsement. So entstehen leicht Gerüchte, die dann in der Nachbarschaft blühen und gedeihen und unsichtbar unglaublichen Schaden anrichten.

Als ich den unterschiedlichen Damen zuhörte, und ja, auch Männer tratschen, wurde ich recht nachdenklich. Denn ganz ehrlich gesagt bin auch ich schon häufig in diese Sünde verfallen.

Und ja, es ist Sünde. Die Bibel hat überraschend viel zu diesem Thema zu sagen, und auch über die Konsequenzen im Hier und Heute, nicht erst vor unserem Heiland Jesus.

Das hebräische Wort für Klatsch und Tratsch wird im Alten Testament sinngemäß für jemanden verwendet, der Geheimnisse verrät, ein Schwätzer und Skandalverbreiter ist. Es geht um verleumderisches Reden.

In den Sprüchen heißt es:

Sprüche 20,19
Wer als Verleumder umhergeht, deckt Geheimnisse auf; darum lass dich nicht ein mit dem, der seine Lippen aufsperrt.

Sprüche 11,12-13
Wer seinen Nächsten verachtet, ist ohne Verstand; ein verständiger Mann aber schweigt still. Ein Verleumder enthüllt Geheimnisse, ein treuer Geist aber deckt die Sache zu.

Sprüche 16,28
Ein verkehrter Mensch richtet Zank an, und ein Verleumder trennt gute Freunde.

 


Aber warum ist Klatsch und Tratsch so schlimm? Weil er unsere Meinung über andere Menschen beeinflusst und verändert. Wenn man gewisse Dinge einmal gehört hat, ist es schwer, sie wieder zu vergessen. Unser Ruf ist etwas Wichtiges im Leben, und ein unbedachtes Gespräch hinter vorgehaltener Hand kann den Ruf einer Person unwiderruflich schädigen.

Das erinnert mich an eine Geschichte, die den Schaden von Klatsch und Tratsch sehr eindrücklich veranschaulicht. Es wird oft von der ungewöhnlichen Buße erzählt, die der heilige Philipp Neri einer Frau für ihre Sünde des Klatschens auferlegte. Er bat sie, ein Federkissen auf die Spitze des Kirchturms zu bringen, es dort aufzureißen und alle Federn vom Wind davontragen zu lassen. Das war sicher nicht die Art von Buße, an die diese Frau oder irgendeine von uns gewöhnt gewesen wäre.

Doch damit war es nicht getan. Philipp Neri gab ihr noch eine zweite, viel schwierigere Aufgabe. Sie sollte vom Glockenturm hinuntersteigen und alle Federn wieder einsammeln, die über die ganze Stadt verstreut worden waren. Natürlich konnte die arme Frau das nicht schaffen, und genau das wollte Philipp Neri mit dieser Buße verdeutlichen. Wenn wir mit unseren Worten andere schlechtmachen, dann verbreiten sich unsere verletzenden Aussagen überallhin und lassen sich nicht mehr einsammeln. Sie entehren und spalten Menschen noch lange, nachdem wir sie ausgesprochen haben, weil sie in den Köpfen nachklingen und von einem Klatschmaul zum nächsten weitergegeben werden.

Klatsch und Tratsch wird schnell zu einem Gerücht, und die Schäden sind oft nicht mehr absehbar. Und selbst wenn man sich noch so sehr bemüht, die Dinge geradezurücken, bleibt doch bei den Menschen ein kleiner Zweifel im Hinterkopf, ob nicht vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit an dem Gerücht war. Und so sieht man den anderen Menschen nie wieder mit denselben Augen.


Eine der schlimmsten Arten des Tratschens habe ich früher in meiner Gemeinde im Gebetstreffen erlebt, und lange Zeit habe ich es nicht einmal als solches wahrgenommen. Unter dem Gedanken, dass wir füreinander beten müssen, wurden schnell Dinge geteilt, die eigentlich nur einer oder zwei Personen im Vertrauen gesagt worden waren. Und plötzlich hörten im Gruppengebet alle von den privaten Sorgen und Schwierigkeiten der Brüder und Schwestern.

Wie kann man das Ganze nun umgehen? Viele würden sagen, dass es ja nur um Gespräche geht und gar nicht böse gemeint ist. Und ich stimme zu, dass die Grenze zwischen einem normalen Gespräch über Freunde, Bekannte oder Mitarbeiter und Klatsch und Tratsch sehr schmal ist.

Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man über jemand anderen spricht:

  1. Ist es die Wahrheit?
  2. Ist es freundlich und gut?
  3. Ist es aufbauend?
  4. Ist es notwendig?

Wenn wir denn über andere reden, dann sollten wir darauf achten, nur Gutes über sie zu sagen. Denn auch wenn wir manches wissen, heißt das nicht, dass es ausgesprochen werden muss. Es kann zwar gute Gründe geben, auch Schwieriges anzusprechen, aber dann direkt mit der betreffenden Person selbst oder mit jemandem, der wirklich zur Lösung des Problems beitragen kann. In der Arbeitswelt über Menschen mit anderen zu sprechen, die weder helfen noch etwas ändern können, ist nicht nur schädlich, sondern auch die Definition von Tratsch. Im Privaten gilt etwas anderes: Dort sprechen wir erst dann, wenn wir um Hilfe gebeten wurden, und auch dann nur mit dem Einverständnis der betreffenden Person, wenn es nötig ist, andere mit einzubeziehen.

Darum lasst uns achtsam mit unseren Worten umgehen. Möge der Herr uns helfen, unsere Zunge zu hüten und in Liebe so zu reden, dass es anderen dient. Worte können schützen, Frieden schaffen und einem anderen Menschen Ehre erweisen.

In diesem Sinne lasst uns achtsam mit unseren Worten umgehen und einander in Liebe begegnen.


Lizzy


Quellen & Co

Die Federn vom Kirchenturm

Bibel Software:

https://www.accordancebible.com

Bilderquellen:

https://dailyverses.net/de

https://www.canva.com
(Bildbearbeitung)

(Bildersuche für Hintergründe)


Samstag, 5. September 2015

Die Sache mit der losen Zunge

Worte haben Macht. Das zeigt uns die Bibel an vielen Stellen. Es beginnt schon im dritten Vers der Bibel


1.Mose 1,3 (EU)

Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.


Gott hat nicht hart schuften müssen, er hat nichts geformt oder gebaut, nein er hat alles durch Worte  aus dem Nichts geschaffen. Gott sprach und es wurde Leben. So einfach und doch so komplex.

Sprüche 18,20-21 (EU)

20 Von der Frucht seines Mundes wird ein jeder satt, vom Ertrag seiner Lippen wird er gesättigt.
21 Tod und Leben stehen in der Macht der Zunge; wer sie liebevoll gebraucht, genießt ihre Frucht.


Haben wir nicht auch diese Macht? Ja, haben wir. Ein unbedachtes Wort von denen, die uns wichtig sind und  wir sind am Boden zerstört, ein Lob und wir schweben auf Wolke 7. Wie häufig habe ich schon Dinge gesagt nur um dann sofort hinterher zu rufen "Oh, das habe ich nicht so gemeint!" Doch, hab ich so gemeint, nur laut sagen wollte ich es nicht. Ich glaube Mund und Liebe sind eng miteinander verbunden. Wer nur Liebe im Herzen hat, wird nichts Gemeines denken, noch sagen. Ein Mangel an Liebe zeigt sich dann wenn wir unseren Mitmenschen kritisch und verurteilend gegenüber auftreten.

 Matthäus 12, 34-37 (EU)

34 Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.
35 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil er Gutes in sich hat, und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil er Böses in sich hat.
36 Ich sage euch: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, werden sie am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müssen;
37 denn aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden.



Der Beweis der Liebe ist, wie du dich selbst und andere Menschen behandelst. Wer sich selbst nicht liebt, wird Schwierigkeiten haben andere zu lieben, denn man kann nicht geben, was man selbst nicht hat.
(Zum Thema Selbstwahrnehmung habe ich HIER schon einmal etwas geschrieben.)

Die Richtung unseres Lebens wird durch unsere Worte bestimmt. Wer viel jammert, der wird viel zu Jammern haben und wer viel tratscht, braucht sich nicht wundern, wenn ständig Gerüchte in der Welt herum schwirren. Wer hassvolle Dinge spricht, ist von Gewalt nie weit entfernt.


Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist der Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt; sie selbst aber ist von der Hölle in Brand gesetzt.

Unsere Zunge zu kontrollieren ist eine der schwersten Dinge überhaupt und erfordert viel Disziplin. Ich selber muss auch manchmal meinen Fuß aus dem Fettnäpfchen heben. Gott sei Dank ist nicht mehr jeder Schritt gefährlich. Es hat lange gedauert und ich muss noch oft an mir arbeiten, aber glaubt mir, es ist möglich. Ich persönlich musste erst Abstand von bestimmten Menschen in meinem Leben nehmen, bevor ich überhaupt erste Fortschritte erzielen konnte. Tratschen war das Hauptgericht bei diesen "Freunden" und die Giftigkeit untereinander zum Schluss unerträglich. Meine Versuche Frieden zu halten und das Tratschen einzudämmen haben mich zum Ziel gemacht und damit viele Probleme in meinem Leben verursacht. Das ist lange her. Heute lasse ich mich auf so etwas nicht mehr ein.


Seit dem versuche ich mich ernsthaft auf positive Dinge in meinem Leben zu konzentrieren und eine der größten Hilfen dafür ist Dankbarkeit. Ich danke Gott jeden Tag für mein Leben und all die schönen Dinge die es füllt. In den Psalmen habe ich mein perfektes Morgengebet gefunden.

Psalm 141,3-4 (EU)

3 Herr, stell eine Wache vor meinen Mund, eine Wehr vor das Tor meiner Lippen!
4 Gib, dass mein Herz sich bösen Worten nicht zuneigt, dass ich nichts tue, was schändlich ist, zusammen mit Menschen, die Unrecht tun.



Wir geht es Euch? Ist Eure Zunge noch auf der ungebändigten Seite, oder sei Ihr schon Herrscher über jedes Wort?
Ich freue mich über Eure Erfahrungen und Kommentare.



In diesem Sinne,



Eure Lizzy