Freitag, 29. August 2025

Teil 2 - Offener Theismus oder Gott in menschlichen Begriffen?

Im ersten Teil habe ich versucht darzulegen, warum der offene Theismus eine unbiblische Vorstellung von Gott vermittelt und Ihm Seine Allmächtigkeit abspricht. Doch die Befürworter dieser Lehre berufen sich oft auf einzelne Bibelverse, um ihre Ansicht zu stützen und zu unterlegen. Es lohnt sich daher, diese Verse genauer zu betrachten und im Zusammenhang mit dem gesamten Wort Gottes zu prüfen.

Anthropomorphe Sprache in der Bibel

Das "Geheimnis zur Wahrheit" liegt im sogenannten Anthropomorphismus (Wikipedia): Die Bibel beschreibt Gott oft in menschlichen Kategorien – mit Händen, Augen, menschlichen Gefühlen wie zum Beispiel des „Bereuens“. Das bedeutet nicht, dass Gott tatsächlich körperlich oder zeitlich begrenzt ist. Vielmehr gebraucht die Bibel menschliche Sprache, damit wir Seine Handlungen und Sein Wesen in einer für uns greifbaren Form verstehen können.


1. Mose 6 – Gottes Trauer über die Sünde

„Da gereute es Ihn [den HERRN], die Menschen auf der Erde geschaffen zu haben, und Er wurde in Seinem Herzen tief betrübt.“ (1. Mose 6,6 Menge)


Der offene Theismus nimmt diesen Vers als Beweis, dass Gott eine anscheinliche Fehlentscheidung bereut hätte. Doch das hebräische Wort beschreibt ein tiefes inneres Bewegtsein – Schmerz, Trauer, Mitleid. Der Text macht deutlich, wie ernst Gott die Sünde nimmt.

➡️ Im Gegensatz dazu:
„Vom Himmel blickt der HERR herab, sieht alle Menschenkinder; von der Stätte, wo Er wohnt, überschaut Er alle Bewohner der Erde, Er, der allen ihr Herz gestaltet, der acht hat auf all ihr Tun.“ (Psalm 33,13–15 Menge)


Gott ist nie überrascht, sondern kennt von Anfang an die Herzen und Taten der Menschen.

2. Mose 32 – Gottes Handeln im Licht der Fürbitte

„Da ließ der HERR sich das Unheil leid sein, das Er Seinem Volk zugedacht hatte.“ (2. Mose 32,14 Menge)


Hier könnte man meinen, Gott hätte Seinen Plan geändert. Aber wenn wir im Kontext lesen, finden wir heraus, dass in Wirklichkeit Gott Mose die gerechte Folge des Götzendienstes offenbart, um Mose zum Eintreten für das Volk zu bewegen. Das vermeintliche „Reuen“ zeigt uns, dass Fürbitte in Gottes Ordnung Platz hat. Mose wird so zu einem Bild für Christus, den ewigen Vermittler.

➡️ Im Gegensatz dazu:
„Groß ist unser Herr und allgewaltig, für Seine Weisheit gibt’s kein Maß.“ (Psalm 147,5 Menge)


Gott musste nicht „umdenken“, weil Ihm etwas entgangen wäre – Er handelt vollkommen wissend und vollkommen souverän.

Jeremia 18 – Das Prinzip von Gericht und Gnade

„Einmal drohe Ich einem Volke oder einem Königshause, daß Ich es ausrotten, vernichten und vertilgen wolle; wenn dann aber das betreffende Volk, gegen das Meine Drohung gerichtet war, sich von seiner Bosheit bekehrt, so lasse Ich Mir das Unheil leid sein, das Ich ihm zuzufügen beschlossen hatte. Und ein andermal verheiße Ich einem Volke oder einem Königshause, es aufbauen und einpflanzen zu wollen; wenn es dann aber tut, was Mir mißfällt, indem es Meinen Weisungen nicht nachkommt, so lasse Ich Mir das Gute leid sein, das Ich ihm zu erweisen gedacht hatte.“ (Jeremia 18,7–10 Menge)


Hier erklärt Gott selbst das Prinzip: Gericht gilt, solange keine Umkehr geschieht; Gnade gilt, wo Buße da ist. Es ist nicht Gott, der sich verändert, sondern die Menschen.

➡️ Im Gegensatz dazu:
„Denkt an die früheren Geschehnisse zurück von der Urzeit her, daß Ich Gott bin und sonst keiner, eine Gottheit, der nichts vergleichbar ist! Ich habe von Anfang an den Ausgang kundgetan und seit der Vorzeit das, was noch ungeschehen war; Ich gebiete: ›Mein Ratschluß soll zustande kommen!‹, und alles, was Mir beliebt, führe Ich aus.“ (Jesaja 46,9–10 Menge)

Das Beispiel Jona – Gottes Wesen statt Gottes Unwissenheit

„Als nun Gott sah, was sie taten, daß sie nämlich von ihrem bösen Wege umkehrten, tat Ihm das Unheil leid, das Er ihnen angedroht hatte, und Er ließ es nicht eintreten.“ (Jona 3,10 Menge)


Der offene Theismus liest diesen Vers so, als hätte Gott nicht gewusst, wie Ninive reagieren würde. Doch Jona selbst wusste von Anfang an, dass Gott barmherzig ist:

„…so daß er folgendes Gebet an den HERRN richtete: ›Ach, HERR, das ist es ja, was ich gedacht habe, als ich noch daheim war, und eben darum habe ich das vorige Mal die Flucht nach Tharsis ergriffen; denn ich wußte wohl, daß Du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langsam zum Zorn und reich an Güte und geneigt, Dich das Unheil gereuen zu lassen.‹“ (Jona 4,2 Menge)


Jona floh also gerade deshalb, weil er Gottes Wesen kannte: wenn Menschen umkehren, schenkt Gott Gnade. Das „Reuen“ beschreibt also nicht Überraschung oder Unwissen, sondern Gottes festes Wesen: Er richtet die Gottlosen, aber Er vergibt den Demütigen.

➡️ Im Gegensatz dazu:
„…und es gibt nichts Geschaffenes, das sich vor Ihm verbergen könnte, nein, alles liegt entblößt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft abzulegen haben.“ (Hebräer 4,13 Menge)

Der rote Faden

Wenn wir diese Stellen zusammensehen, zeigt sich ein roter Faden:

  • 1.Mose 6: Gott ist nicht überrascht, sondern zutiefst betrübt über die Sünde.
  • 2.Mose 32: Gott macht uns die Bedeutung der Fürbitte klar.
  • Jeremia 18: Gott selbst erklärt das Prinzip von Gericht und Gnade.

  • Jona 3–4: Gottes Barmherzigkeit steht im Zentrum – Jona wusste das von Anfang an.

Alle diese Texte gebrauchen anthropomorphe Sprache, damit wir begreifen, dass Gott kein ferner Gott ist, sondern ein persönlicher, heiliger und gnädiger Gott. Doch keiner dieser Verse lehrt, dass Gott die Zukunft nicht kennt. Ganz im Gegenteil: Sie zeigen, dass Sein Wesen immer und verlässlich unverändert bleibt – in Gericht und Gnade. Das finde ich persönlich sehr tröstlich.


Die klare biblische Lehre von Gottes Allwissenheit und Souveränität

Gottes Wissen umfasst Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

„… denn ehe ein Wort auf meiner Zunge liegt, kennst Du, o HERR, es schon genau.“ (Psalm 139,4 Menge)

„Bei euch aber sind auch die Haare auf dem Haupte alle gezählt.“ (Matthäus 10,30 Menge)

„Daran werden wir erkennen, daß wir aus der Wahrheit sind, und werden unsere Herzen vor Ihm davon überzeugen, daß, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles erkennt.“ (1. Johannes 3,19-20 Menge)

Gottes Vorherwissen und Ratschluß in der Heilsgeschichte

Die Bibel zeigt uns immer wieder, dass Gottes Vorherwissen die Grundlage Seines Handelns ist:

  • Die Kreuzigung Jesu: „… diesen Mann, der nach dem festgesetzten Ratschluß und der Vorherbestimmung Gottes euch preisgegeben war, habt ihr durch die Hand der Gesetzlosen ans Kreuz nageln und hinrichten lassen.“ (Apostelgeschichte 2,23 Menge)

  • Die Erwählung: „Denn die, welche Er zuvor ersehen hat, die hat Er auch im voraus dazu bestimmt, (einst) dem Bilde Seines Sohnes gleichgestaltet zu werden…“ (Römer 8,29 Menge)

  • Der Ratschluß Gottes: „Vielerlei Pläne sind im Herzen eines Menschen, aber der Ratschluß des HERRN, der wird zustande kommen.“ (Sprüche 19,21 Menge)

  • „Denkt an die früheren Geschehnisse zurück von der Urzeit her, daß Ich Gott bin und sonst keiner, eine Gottheit, der nichts vergleichbar ist! Ich habe von Anfang an den Ausgang kundgetan und seit der Vorzeit das, was noch ungeschehen war; Ich gebiete: ›Mein Ratschluß soll zustande kommen!‹, und alles, was Mir beliebt, führe Ich aus.“ (Jesaja 46,9–10 Menge)

Nichts in der Heilsgeschichte geschieht zufällig. Selbst das größte Unrecht – die Kreuzigung des Sohnes Gottes – war kein unvorhergesehenes Unglück, sondern Teil von Gottes ewigem Plan.

Prophezeiung als Beweis von Gottes Allwissenheit

Ein starkes Argument für Gottes Allwissenheit ist die Prophezeiung. Gott selbst gebraucht sie als Beweis Seiner Göttlichkeit:

„Ich habe von Anfang an den Ausgang kundgetan und seit der Vorzeit das, was noch ungeschehen war; Ich gebiete: ›Mein Ratschluß soll zustande kommen!‹, und alles, was Mir beliebt, führe Ich aus.“ (Jesaja 46,10 Menge)

Die Erfüllung unzähliger Prophezeiungen – von den Verheißungen an Abraham über die Worte der Propheten bis hin zu den Weissagungen über Jesus Christus – zeigt: Gott kennt und lenkt die Geschichte.

Gottes Allwissenheit als Trost für die Gläubigen

Gottes Allwissenheit ist nicht nur ein theologisches Konzept, sondern eine Quelle tiefen Trostes:

  • Wir dürfen wissen: Gott sieht unser Leid (2. Mose 3,7).

  • Er kennt unseren Weg, auch wenn wir selbst ihn nicht verstehen (Psalm 139,1–3).

  • Er weiß, was wir brauchen, ehe wir Ihn bitten (Matthäus 6,8).

Meiner Meinung nach ist ein Gott, der nicht alles weiß, kein Gott, dem wir vertrauen könnten.


Mein persönliches Fazit

Der offene Theismus versucht, Gott in menschliche Kategorien zu pressen und Ihn verständlicher zu machen. Doch in Wahrheit macht er Ihn kleiner, als Er ist. Er raubt uns den Trost, den die Schrift uns geben will: dass Gott über allem steht, alles weiß und alles lenkt.

Wenn ich auf mein eigenes Leben schaue, wäre es ohne diesen Trost kaum denkbar. Ich habe selbst Momente erlebt, in denen die Zukunft dunkel und ungewiss erschien. Wenn Gott die Zukunft erst abwarten müsste wie ich, wäre ich letztlich auf mich selbst gestellt – wo bleibt da meine Hoffnung? Mein Trost ist  zu wissen, dass mein Herr die Zukunft kennt, dass Ihn nichts überrascht und dass Ihm selbst mein Versagen nicht verborgen ist – das gibt mir Ruhe.

Darum halte ich fest: Nicht wir definieren, wie groß oder wie begrenzt Gott ist. Er selbst hat uns in Seinem Wort gezeigt, dass Er der Ewige ist, der Anfang und Ende kennt, dessen Ratschluß bestehen bleibt und dessen Treue unerschütterlich ist.

Das ist kein Gott nach menschlichem Maß, sondern der lebendige Gott, IHM allein gebührt alle Ehre.


In diesem Sinne, taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit.


Eure Lizzy

Freitag, 22. August 2025

Teil 1 - Der Offene Theismus – eine Grundlage der Neuen Apostolischen Reformation (NAR)

Im letzten Beitrag habe ich die Neue Apostolische Reformation (NAR) vorgestellt – eine Bewegung, die weltweit immer mehr Einfluss gewinnt und durch das sogenannte „7-Berg-Mandat“ und andere Strategien großen Anspruch auf die Gesellschaft im Allgemeinen erhebt. Mir wurde schnell klar, dass dahinter eine bestimmte Sicht auf die Zukunft steht. Eine der entscheidenden Grundlagen dieser Bewegung ist nämlich, dass die Zukunft nicht als von Gott souverän festgelegt verstanden wird, sondern als offen oder noch unentschieden. Nach dieser Sicht hängt es stark von den Handlungen der Gemeinde ab, ob und wie Gottes Plan Realität wird. Nicht immer wird das offen gelehrt, aber häufig ist dies die einzige Erklärung für bestimmte Lehren, die in diesem immer größer werdenden Lager verbreitet werden.

Damit sind wir bei einer der theologischen Grundlagen, die diese Denkweise stützt: dem Offenen Theismus. Er behauptet, dass Gott zwar alles weiß, was man wissen kann, die Zukunft freier Entscheidungen aber nicht feststeht. Gott „reagiert“ dann angeblich auf unsere Entscheidungen, erst nachdem wie wir sie treffen.

Diese Sichtweise gibt uns Menschen weit mehr Macht über Gottes Pläne, als uns zusteht und als die Bibel lehrt. Wenn die Zukunft nicht fest in Gottes vollkommenem Wissen und souveräner Hand liegt, scheint es, als hinge alles von unseren Entscheidungen ab – fast so, als wäre Gott direkt auf unser Handeln angewiesen. Genau hier setzt die NAR an: Sie gibt ihren Aposteln und Propheten eine Schlüsselrolle dafür, wie die Welt sich entwickeln soll. Wie, erkläre ich in den nächsten Beiträgen.

Aber ist das wirklich das, was die Bibel sagt? Im Folgenden möchte ich zeigen, warum – meiner Meinung nach – der Offene Theismus nicht mit dem Wort Gottes vereinbar ist und wie diese Lehre Gottes Wesen und unsere Sicherheit im Glauben verzerrt.

Was ist Offener Theismus?

Der Offene Theismus (engl. Open Theism) ist eine theologische Strömung, die besonders in den 1990er Jahren durch Autoren wie Clark Pinnock und Greg Boyd und später auch C. Peter Wagner populär wurde. Die Grundannahme lautet:

• Gott weiß alles, was man wissen kann.
• Die Zukunft ist aber noch nicht „realisiert“, sondern offen.
• Entscheidungen freier Geschöpfe sind daher für Gott nicht im Voraus vollständig erkennbar. (Er muss auf uns warten)
• Unsere Taten beeinflussen Gottes Möglichkeiten zu handeln.
• Durch unsere Taten können wir mit ko-kreieren oder „Partner“ sein.

Mit anderen Worten: Gott kennt alle Möglichkeiten, ist sich aber nicht sicher, welche Möglichkeit eintreten wird.

Ganz ehrlich: Klingt das nach einem allmächtigen Gott für euch? Für mich nicht. Daher die nächste Frage…




Warum klingt das für viele attraktiv?

Ich verstehe warum diese Lehre erst einmal tröstlich wirken kann. Als ich die Lehre das erste Mal gehört habe, dachte ich: Das klingt doch gar nicht so schlecht? Es betont ja unsere Freiheit. Manche finden es sogar tröstlich, weil sie meinen: „Dann hat Gott das Leid, das mir passiert ist, auch nicht gewusst. Damit konnte es auch nicht verhindern.“ Und fürs Gebet scheint es auch erstmal wirksamer: „Wenn ich bete, kann Gott seinen Plan ändern.“ Man fühlt sich wie ein Partner Gottes, der Einfluss über sie Zukunft nimmt – anstatt in den Stürmen des Lebens zu lernen, Seiner Güte und Liebe zu vertrauen.

Aber wenn ich ehrlich bin, merkte ich schnell: Das klingt nicht nach dem Gott, den ich in der Bibel finde. Es macht Gott kleiner, als er ist, und gibt uns Menschen eine Rolle, die uns gar nicht zusteht.


Warum ist Offener Theismus unbiblisch?

Die Bibel bezeugt durchgehend, dass Gott die Zukunft kennt – nicht nur als Möglichkeit, sondern in ihrer Realität.

Jesaja 46,9–10 (Menge):
Denkt an die früheren Geschehnisse zurück von der Urzeit her, dass ich Gott bin und sonst keiner, eine Gottheit, der nichts vergleichbar ist! Ich habe von Anfang an den Ausgang kundgetan und seit der Vorzeit das, was noch ungeschehen war; ich gebiete: ›Mein Ratschluß soll zustande kommen!‹, und alles, was mir beliebt, führe ich aus;

Psalm 139,4 (Menge):
Denn ehe ein Wort auf meiner Zunge liegt, kennst du, o HERR, es schon genau.

Apostelgeschichte 2,23 (Menge):
…diesen Mann (Jesus), der nach dem festgesetzten Ratschluß und der Vorherbestimmung Gottes euch preisgegeben war, habt ihr durch die Hand der Gesetzlosen ans Kreuz nageln und hinrichten lassen.

Matthäus 10,29–30:
Kosten nicht zwei Sperlinge beim Einkauf nur ein paar Pfennige? Und doch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind auch die Haare auf dem Haupte alle gezählt.

Weitere Beispiele finden wir quer durch die Schrift: In Daniel 2 offenbart Gott Nebukadnezar den Lauf der Weltreiche, die noch kommen sollten. In Psalm 33,11 heißt es: „Der Ratschluss des HERRN bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht.“ Solche Stellen zeigen deutlich: Gott kennt nicht nur Möglichkeiten, sondern auch den Ausgang.

Wenn der Offene Theismus recht hätte, wären das doch alles nur Zufälle oder Vermutungen. Aber genau darin zeigt Gott seine Größe: Er weiß was kommt, nichts überrascht Ihn und in allem führt Er seinen Willen aus.

Gott weiß nicht nur, was geschehen könnte, sondern was tatsächlich geschehen wird. Das ist Teil seiner Allwissenheit. Allwissenheit bedeutet eben nicht nur, dass Er in jede Möglichkeit hineinschauen kann, sondern dass Er vollkommen und fehlerlos alles weiß – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Würde man Gott dieses Wissen absprechen, dann wäre Er nicht mehr der Gott der Bibel, sondern ein Gott, der sich erst „weiterentwickeln“ muss. Das wäre ein Gott, der lernt – nicht der ewige „Ich bin“. Und wenn Gott noch lernen muss, dann wäre Er nicht vollkommen und allmächtig. Für mich persönlich ist das eine sehr ernste Konsequenz: Ein Gott, der nicht vollkommen ist, wäre nicht vertrauenswürdig.




Prophezeiung – der Beweis von Gottes Wissen

Ein weiteres großes Problem des Offenen Theismus ist die Frage der Prophetie. Die Bibel ist voll von Aussagen, die weit in die Zukunft hineinreichen – und sich exakt erfüllt haben und auch noch werden. Würde Gott die Zukunft nur als „offen“ sehen, wären solche Prophezeiungen unmöglich oder bloß gewagte Vermutungen.

Doch gerade darin unterscheidet sich der lebendige Gott von allen Götzen: Er kündigt an, was kommt – und er erfüllt es.

Jesaja 42,9 (Menge):
Die früheren Weissagungen, seht, sie sind eingetroffen, und Neues tue ich jetzt kund; ehe es noch sprosst, lasse ich’s euch hören.

Einige Beispiele:

• Der Prophet Micha kündigte Jahrhunderte vorher an, dass der Messias in Bethlehem geboren würde (Micha 5,1). Genau so geschah es bei der Geburt Jesu (Matthäus 2,1).

• Jesus selbst sagte voraus, dass Petrus ihn nicht ein, zwei, sondern dreimal verleugnen würde (Matthäus 26,34). Diese Vorhersage erfüllte sich wortgetreu – und zeigt: Gott kennt nicht nur Möglichkeiten, sondern konkrete Taten.

• Zahlreiche Weissagungen über das Leiden und Sterben Jesu (z. B. Jesaja 53, Psalm 22) erfüllten sich am Kreuz bis ins Detail.

Wie schon gesagt, wenn der Offene Theismus recht hätte, dann wären solche Prophezeiungen entweder Zufall oder menschliche Projektionen. Aber die Bibel zeigt das Gegenteil: Gott steht über der Geschichte, und was er verheißen hat, das geschieht auch. Jede erfüllte Prophezeiung ist ein Beweis, dass Gott die Zukunft nicht nur kennt, sondern sie auch souverän führt.


Zeitgebundenheit des Menschen – Ewigkeit Gottes

Ich denke, dass eines der größten Missverständnisse entsteht, weil wir Menschen an Zeit gebunden sind. Wir erleben Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nacheinander. Wir erinnern uns an das Gestern, wir leben im Heute, und wir blicken erwartungsvoll oder manchmal ängstlich ins Morgen.

Gott jedoch ist nicht an Zeit gebunden. Er ist der „Ich bin“ (2. Mose 3,14) – ewig gegenwärtig. Für ihn gibt es kein „noch nicht“ oder „schon vorbei“. Alles ist ihm gleichermaßen gegenwärtig.

Hebräer 13,8: 
„Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.“

Offenbarung 1,8: 
„Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott der Herr, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.“

Wenn wir sagen: „Die Zukunft ist offen oder noch unrealisiert “, verwechseln wir unsere begrenzte Perspektive mit Gottes Wirklichkeit. Für uns ist das Morgen ungewiss, für unseren Himmlischen Vater aber liegt es genauso klar vor Augen wie unser Heute.

Das bedeutet nicht, dass wir wie Marionetten wären, die nichts zu sagen haben. Gott hat uns einen freien Willen gegeben, und doch schränkt dieser Gottes Wissen und Plan nicht ein. Er ist souverän und weiß auch mit unseren Entscheidungen – ob gut oder schlecht – umzugehen und sie in seine Ziele einzubauen. Für mich macht das deutlich: Jede Entscheidung zählt. Mit dem, was ich tue oder lasse, gebe ich Gott entweder ein Ja oder ein Nein. Mein freier Wille ist also nicht sinnlos, sondern die Möglichkeit, mich Tag für Tag bewusst zu Gott zu stellen.


Ein Beispiel

Stell dir vor, wir sitzen live im Fußballstadion. Wir sehen, wie die Spieler den Ball passen, angreifen, verteidigen und Tore schießen. Wir fiebern mit, wissen aber nicht, wie das Spiel enden wird. Jeder Pass, jeder Schuss könnte den Ausgang verändern – Spannung pur. o sieht der Offene Theismus Gott: Er „erlebt“ das Spiel in Echtzeit, reagiert auf jeden Zug und erfährt das Ergebnis erst während des Spiels.

Die Bibel zeigt ein anderes Bild: Gott ist nicht überrascht von den Spielzügen. Er ist zugleich Schiedsrichter, Spielleiter und Eigentümer des Endergebnisses – und dennoch handeln die Spieler wirklich, treffen echte Entscheidungen und tragen Verantwortung für ihr Spiel.

Vielleicht hilft ein weiteres Bild: Stell dir vor, das gleiche Spiel wurde bereits aufgezeichnet, während du keine Zeit hattest, live zuzuschauen. Die Spieler kämpfen mit vollem Einsatz, treffen Entscheidungen, erzielen Tore oder verteidigen das eigene Tor. Wer live zuschaut, weiß nicht, wie es endet. Du aber siehst die Aufzeichnung und kennst das Ergebnis schon, noch bevor du die Szenen siehst.

So ist es mit Gott: Für uns ist die Geschichte voller Unsicherheit und Überraschungen, wir erleben sie „live“ in der Zeit. Für Gott hingegen ist alles von Anfang an klar – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen gleichzeitig vor ihm. Er kennt das Endergebnis, nicht, weil er es von außen festlegt, sondern weil er ewig gegenwärtig ist und alles immer sieht.


Sicherheit, Trost und Kraft aus Gottes Allwissenheit

Für mich ist das keine theoretische Spitzfindigkeit, sondern hat direkten Einfluss darauf, wie ich lebe und glaube:

• Trost im Leid: Wenn wir durch schwere Zeiten gehen, dürfen wir wissen, dass Gott nicht überrascht ist. Nichts geschieht außerhalb seiner souveränen Hand.
• Kraft im Gebet: Wir beten nicht zu einem Gott, der Pläne ständig neu schmiedet, sondern zu einem Vater, der die ganze Geschichte schon kennt – und uns dennoch echte Teilhabe im Gebet schenkt.
• Sicherheit für die Zukunft: Wir müssen die Welt nicht „retten“, weil Gott selbst das Ende in seiner Hand hält. Unsere Aufgabe ist es, treu zu bleiben, nicht die Kontrolle zu übernehmen.

So wird die Souveränität unseres himmlischen Vaters nicht zu einem kalten Dogma, sondern zu einer Quelle von Frieden und Geborgenheit.




Die Gefahr in der NAR

Hier zeigt sich die Verbindung zur NAR deutlich: Wer glaubt, dass die Zukunft offen ist, sieht angeblich alles als von uns abhängig. Dann müssen wir „strategisch handeln“, „geistliche Kriegsführung“ betreiben und „die sieben Berge einnehmen“, damit Gottes Reich sich durchsetzt. Aber das verschiebt die Verantwortung von Gott auf uns Menschen – und öffnet Tür und Tor für geistlichen Missbrauch. Plötzlich werden Apostel und Propheten gebraucht (fünffältigen Dienst“ / engl. Five-Fold Ministry), die die Richtung weisen, weil Gottes Wille angeblich nicht feststeht. Und damit wird die Gemeinde von Leitern abhängig gemacht – anstatt von Christus selbst. Ich sehe darin eine große Gefahr, denn die Autorität wandert von der Bibel zu selbsternannten Führern.

Diese beanspruchen dann meistens einen besonderen Draht zu Gott, durch den angeblich neue Offenbarungen des Heiligen Geistes fließen. So, heißt es, würden Jesus und der Vater durch den Heiligen Geist heute ihren Willen kundtun. Dieses Thema werde hoffentlich bald in einem separaten Beitrag noch vertiefen.

• Das gibt Menschen eine Autorität, die sie laut der Bibel nicht haben.
• Sie werden zu angeblichen Mitgestaltern von Gottes Geschichte.
• Es entsteht ein geistliches Klassensystem: „normale“ Christen hier – „besondere“ Apostel und Propheten dort.
• Der Schwerpunkt verschiebt sich von Gottes Treue zu unserer Leistung.
• Sicherheit in Gottes Verheißungen wird durch Unsicherheit ersetzt („Was, wenn ich es falsch gemacht habe? Habe ich Gott die Hände gebunden?“).


Mein Fazit

Der Offene Theismus klingt verlockend modern, aber er raubt uns die Sicherheit, die Gott uns in seinem Wort schenkt. Er stellt Gott als begrenzt dar und macht den Menschen zum Entscheidungsträger über Gottes Pläne. Damit untergräbt er die Souveränität Gottes und öffnet Tür und Tor für Bewegungen wie die NAR, die den Menschen an die Stelle Gottes rücken.

Die Bibel zeigt uns dagegen einen Gott, der ewig gegenwärtig ist – der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich in seiner Hand hält. Nur weil wir an Zeit gebunden sind, heißt das nicht, dass Gott es ist.

Gerade in Zeiten, in denen uns so viele Strömungen versuchen uns zu beeinflußen, brauchen wir den festen Halt in dem Gott, der von Ewigkeit zu Ewigkeit derselbe ist, dessen Pläne unveränderlich sind und dessen Wort zuverlässig bleibt. Wir dürfen wissen: Unsere Geschichte ist nicht dem Zufall ausgeliefert, sondern liegt in seiner sicheren Hand.

„Jesus Christus ist gestern und heute derselbe und (ist’s auch = bleibt’s auch) in Ewigkeit!“ (Hebräer 13,8 Menge)

„Denn ich weiß wohl, was für Gedanken ich gegen euch hege‹ – so lautet der Ausspruch des HERRN –, ›nämlich Gedanken des Heils und nicht des Leids, euch eine Zukunft und Hoffnung zu gewähren.“ (Jeremia 29,11)

Das ist unser Anker: Nicht wir tragen Gott mit unseren Entscheidungen, sondern er trägt uns – sicher, verlässlich, bis ans Ziel.

In diesem Sinne, taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit.


Eure Lizzy

Freitag, 8. August 2025

Die Neue Apostolische Reformation – Eine persönliche Einführung



Manchmal beginnt eine Reise nicht mit einem lauten Knall, sondern mit einem leisen Unbehagen. Bei mir war es ein Bibelvers. Oder besser gesagt: eine „Übersetzung“ davon. Der Artikel dazu ist [hier verlinkt].

Ich erinnere mich noch gut, wie ich zum ersten Mal – in der scheinbaren Sicherheit meiner Gemeinde – auf The Passion Translation (TPT) aufmerksam gemacht wurde. Wie ich schon in meinem Artikel schrieb: Ich war neugierig. Aber durch meine eigenen Erfahrungen mit der Verführung in die Esoterik neige ich dazu, bei spirituellen Themen lieber erst einmal gründlich nachzuforschen.





Zwar klang der Text auf den ersten Blick sehr poetisch … aber irgendetwas stimmte nicht. Schon nach wenigen Minuten mit "Tante Google" wurde mir klar: Hier ging es nicht nur um Stil oder Sprachgefühl, sondern um Inhalte – und um die Autorität des biblischen Textes selbst. Diese Erfahrung hat mir die Augen geöffnet, wie entscheidend es ist, am inspirierten Wort Gottes festzuhalten – und wie gefährlich es ist, wenn man sich von emotionalen Formulierungen blenden lässt.

Was sich zunächst als schlechte und theologisch fragwürdige „Übersetzung“ präsentierte, entpuppte sich als Teil eines größeren Netzwerks – einer Bewegung, die viel weiter reicht, als ich je geahnt hätte. Es war nicht einfach ein anderer Bibeltext. Es war – und ist – eine andere Botschaft.

Was als persönliche Entdeckung begann, führte mich auf eine tiefere Spurensuche: nicht nur nach den Ursprüngen der TPT, sondern auch nach dem theologischen Umfeld, in dem sie entstanden ist. Und so stieß ich auf die sogenannte Neue Apostolische Reformation – ein Begriff, der von C. Peter Wagner geprägt wurde. Was ich dabei entdeckte, hat mich schockiert und traurig gemacht – und doch war es, als hätte ich endlich das fehlende Puzzlestück gefunden. Plötzlich ergaben viele geistliche Entwicklungen in der heutigen Christenheit Sinn – leider im negativen Sinne.



In den kommenden Beiträgen möchte ich einige zentrale Anliegen und Ziele dieser Bewegung beleuchten. Nicht alles auf einmal – das würde den Rahmen sprengen und mich ehrlich gesagt überfordern. Es braucht viel Nachforschung und Zeit. Ich lese Bücher zu den Themen – sowohl von denen, die diese Lehren vertreten, als auch von denen, die eindringlich davor warnen. Ich sehe mir Predigten beider Lager an, und vor allem vergleiche ich alles mit dem wahren Wort Gottes.


Dies alles nimmt viel Zeit und Kraft in Anspruch, also bitte ich um eure Geduld. Mein Wunsch dabei ist es nicht, aus einer Haltung der Überheblichkeit oder Rechthaberei zu schreiben, sondern als jemand, der selbst eine Zeit lang auf Stimmen hereingefallen ist, die biblische Wahrheit mit hypercharismatischem Glanz überdecken. Worum geht es also bei dieser Neu Apostolischen Reformation?

  • Die Wiederherstellung des „fünffältigen Dienstes“, besonders der Ämter von Aposteln und Propheten, die heute wieder autoritativ in der Gemeinde sprechen sollen.
  • Dominionismus, also die Überzeugung, dass Christen alle gesellschaftlichen Bereiche – Politik, Wirtschaft, Bildung, Medien usw. – unter die Herrschaft Christi bringen sollen, und zwar jetzt, noch vor seiner Wiederkunft.
  • Ein bekanntes Konzept in diesem Zusammenhang ist das sogenannte „Seven Mountain Mandate“, das die „sieben Einflusssphären“ der Gesellschaft benennt, die von Christen „eingenommen“ werden sollen: Familie, Religion, Bildung, Medien, Kunst & Unterhaltung, Wirtschaft und Regierung
  • Ein neues Kirchenverständnis, das nicht mehr an konfessionellen Strukturen, sondern an „apostolischen Netzwerken“ hängt – mit einem starken Fokus auf Hierarchie und „geistliche Autorität“.
  • Eine neue Sicht auf Offenbarung, bei der prophetische Eindrücke und „neue Wahrheiten“ eine mindestens gleichwertige Rolle neben der Heiligen Schrift einnehmen – oder sie gar überlagern.
Die Neue Apostolische Reformation ist keine Organisation mit einem Hauptsitz und Mitgliedsausweisen – viele ihrer Vertreter verleugnen sogar ihre persönliche Zugehörigkeit. Sie ist vielmehr ein loses, aber äußerst einflussreiches Netzwerk von Predigern, „Aposteln“ und „Propheten“, das weltweit Gemeinden und Bewegungen prägt. Ihre Ziele sind strategisch durchdacht, dominanzorientiert – und tiefgreifend.:

Ein besonders einflussreiches Beispiel dafür ist die sogenannte „1 Billion Soul Harvest“ (Ernte von einer Milliarde Seelen), eine prophetische Vision des verstorbenen „Propheten“ Bob Jones, der eine Endzeit-Erweckung voraussagte, in der über eine Milliarde Menschen zu Christus finden sollen – unter der Leitung einer neuen, „geistgesalbten“ Generation. Viele bekannte Sprecher und Bewegungen innerhalb der NAR berufen sich direkt auf diese Prophezeiung.

Diese Mischung aus spirituellem Machtanspruch, endzeitlicher Euphorie und fehlender theologischer Bodenhaftung macht die NAR zu einer der gefährlichsten Bewegungen unserer Zeit – nicht, weil sie offensichtlich unbiblisch wäre, sondern gerade weil sie so viele biblische Begriffe verwendet, aber mit anderen Inhalten füllt.





Diese Entdeckung war für mich wie ein geistliches Erwachen – nicht nur in Bezug auf die Passion Translation, sondern auch auf Strömungen innerhalb der weltweiten Kirche, die sich zwar christlich geben, aber etwas ganz anderes verkünden. Die Neue Apostolische Reformation (NAR) ist dabei keine Randerscheinung mehr, sondern beeinflusst unzählige Gemeinden, Netzwerke und Prediger – oft ohne dass es überhaupt auffällt.

In dieser Blogserie hoffe ich Stück für Stück aufzuzeigen, welche Lehren und Ziele hinter der NAR stehen, warum sie so verführerisch wirken – und warum wir als Christen umso mehr zur Schrift zurückkehren müssen. Nicht aus Angst, sondern aus Liebe zur Wahrheit mit offenem Blick und festem Herzen.

In diesem Sinne, taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit.







Eure Lizzy


Bilderquellen: https://dailyverses.net/de

                        https://play.google.com/store/apps/details?id=com.sirma.mobile.bible.android



Dienstag, 8. Juli 2025

Die Wort-des-Glaubens-Bewegung entlarvt – „Wenn das Heilungswunder ausbleibt“

Ein Nachtrag

In meinem vorherigen Beitrag habe ich über das falsche Heilungsversprechen geschrieben, das in der Wort-des-Glaubens-Bewegung verbreitet wird. Beim erneuten Durchlesen wurde mir bewusst, dass ein zentraler Aspekt bisher gefehlt hat: nämlich, wie zerstörerisch sich diese Lehre ganz konkret im Alltag auswirkt – und welchen Schaden sie im Leben von Gläubigen und ihren Angehörigen anrichtet.

Einige dieser Auswirkungen habe ich bereits angedeutet, aber ich möchte sie nun noch persönlicher und eindrücklicher beschreiben. Auch ich selbst musste mich bereits mit diesem Thema auseinandersetzen – das erste Mal, als meine Mama eine schwere Diagnose erhielt. Gott sei Dank ist sie vollständig genesen. Und dann im vergangenen Jahr, als mein Vater schwer erkrankte – und die Heilung hier auf Erden ausblieb.

Beide Situationen brachten ganz unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Einmal ging es um schwere Entscheidungen darüber, welche medizinischen Behandlungen sinnvoll sind und welche man ablehnen sollte, das andere Mal um die Frage, wie ich meinem Vater die rettende Botschaft Christi in aller Klarheit verkünden kann. Und beide Male wurde mein Glaube geprüft: Vertraue ich Gottes Wort wirklich? Glaube ich, dass Er gut und gerecht ist – auch dann, wenn es weh tut?

Gerade dieses Vertrauen war in beiden Situationen ein großer Segen. Es hat mir ermöglicht, meinen Eltern so gut wie möglich beizustehen – auch wenn ich nicht vor Ort sein konnte. Es hat mir geholfen, den Blick auf das Wesentliche zu richten: auf die Ewigkeit, auf das Evangelium, auf die Treue Gottes – in Gesundheit wie in Krankheit, im Leben wie im Sterben.

 


Der Albtraum einer schlechten Diagnose

Natürlich beten wir um Heilung, wenn ein geliebter Mensch erkrankt – und oft auch für Fremde in unseren Gebetsgruppen. Doch wie ich bereits im letzten Beitrag geschrieben habe: Eine Heilung ist uns nicht immer verheißen. Wir, die an Jesus, unseren Heiland, glauben, sind von den Herausforderungen des Lebens nicht ausgenommen.

Fast jeder kennt jemanden, der an Krebs oder einer anderen schweren Krankheit leidet. Manche kämpfen und werden gesund. Viele andere kämpfen – und verlieren doch. Und unter ihnen sind viele treue Christen. Für sie hat Gott in seiner Weisheit und Güte die endgültige Heilung offenbar für den Himmel bestimmt.

Doch wie wirkt sich eine falsche Lehre wie die der Wort-des-Glaubens-Bewegung im Alltag konkret aus? Für mich ist es ein zutiefst tragischer Diebstahl. Was meine ich damit?

Diese Lehre erlaubt keinen Zweifel an der irdischen Heilung. Und genau dadurch wird den Betroffenen etwas Kostbares genommen: Zeit. Zeit, um sich innerlich und äußerlich auf das Kommende vorzubereiten – sei es auf Heilung oder auf das Heimgehen. Zeit für ehrliche Gespräche, für gemeinsame Erinnerungen. Zeit, um Frieden zu schließen – mit sich selbst, mit anderen, mit Gott. Zeit, um das wahre Evangelium und seine Hoffnung weiterzugeben. Und nicht zuletzt: Zeit, um praktische Dinge zu regeln, damit die Familie nicht vor einem Scherbenhaufen steht, wenn der geliebte Mensch zu Jesus heimgeht.

Ich frage mich: Warum haben so viele von uns Christen solche Angst, Jesus von Angesicht zu Angesicht zu begegnen? Warum klammern wir uns so verzweifelt an trügerische Versprechen – statt an die lebendige Hoffnung, die uns im Evangelium gegeben ist?

Ja, es ist schwer. Unfassbar schwer. Der Gedanke, einen geliebten Menschen zu verlieren – oder selbst zu sterben – bringt Schmerz, Angst, Tränen. Und doch: Sollte unsere Hoffnung nicht größer sein als unsere Angst?

Denn das ist unser Glaube: dass Jesus den Tod besiegt hat. Dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Anfang eines neuen, herrlichen Lebens in Gottes Gegenwart. Wenn wir das glauben – wirklich glauben –, warum fällt uns das Loslassen dann so schwer? Warum trösten wir uns nicht mit dieser Gewissheit, sondern klammern uns an leere Versprechen, die uns am Ende nur tiefer in Verzweiflung stürzen, wenn das ersehnte Wunder ausbleibt?

 


Wenn der Glaube zerbricht

Was viele nach dem Ausbleiben des erhofften Wunders erleben, ist nicht nur der Schmerz über Krankheit oder Verlust – sondern auch eine tiefe Erschütterung ihres Glaubens. Fragen tauchen auf, die einen innerlich zerreißen: „Habe ich nicht genug geglaubt?“ – „War mein Vertrauen zu schwach?“ – oder schlimmer noch: „Hat Gott mich verlassen?“ Solche Gedanken sind keine Seltenheit. Und sie entstehen, weil ein falsches Bild von Gott vermittelt wurde – ein Bild, das seine Liebe an unsere Leistung knüpft und sein Handeln an unsere Erwartungen bindet.

Doch der Schaden bleibt nicht auf die Gläubigen beschränkt. Auch Menschen, die dem Glauben fernstehen, beobachten solche Situationen. Wenn sie sehen, wie Christen voller Überzeugung Heilung versprechen – und dann doch am Grab stehen –, ziehen viele daraus nur einen Schluss: „Den Gott gibt’s doch gar nicht.“ Statt neugierig oder offen zu werden, wenden sie sich enttäuscht, spöttisch oder resigniert ab. Nicht wegen des wahren Evangeliums – sondern wegen einer verzerrten Darstellung davon. Was für ein Schmerz, wenn gerade dort, wo Hoffnung geteilt werden sollte, Enttäuschung und Glaubensabfall gesät wird.

 


Was mich trägt

Ich kann und will nicht alle Antworten geben. Aber was ich sagen kann – aus eigener Erfahrung – ist dies: Gottes Treue hängt nicht an meiner Stärke. Er ist kein Automat, bei dem man nur genug Glauben „einwerfen“ muss, damit das gewünschte Ergebnis herauskommt. So funktioniert unsere Beziehung zu ihm nicht. Und es ist gut, dass sie das nicht tut.

Gott bleibt gut – auch wenn es weh tut. Er bleibt treu – auch wenn das Wunder ausbleibt. Und Er bleibt nah – gerade dann, wenn wir Ihn am dringendsten brauchen.

Für mich liegt die größte Hoffnung nicht darin, dass Gott immer alles so macht, wie ich es mir wünsche – sondern darin, dass ich in allem, was geschieht, nicht allein bin. Jesus ist selbst den Weg des Schmerzes und Sterbens gegangen. Er weiß, wie es sich anfühlt. Und weil Er lebt, weiß ich: Mein Vater war nicht allein. Und ich bin es auch nicht. Kein Tag, keine Träne, kein Abschied ist sinnlos, wenn wir Ihn an unserer Seite wissen.

Diese Hoffnung tröstet mich. Sie gibt mir Frieden, auch wenn Fragen offenbleiben. Und sie hilft mir, anderen beizustehen – nicht mit leeren Versprechen, sondern mit ehrlicher Hoffnung.

 


Ein persönlicher Wunsch zum Schluss

Mein Wunsch ist, dass wir als Christen wieder lernen, die wahre Hoffnung des Evangeliums in den Mittelpunkt zu stellen – nicht menschliche Wunschvorstellungen, sondern Gottes verlässliche Verheißungen. Dass wir mutig bezeugen, dass Jesus unser größter Trost ist – nicht nur in Momenten des Sieges, sondern gerade auch im Leid. Und dass wir aufhören, Dinge zu versprechen, die Gott nie garantiert hat.

Ich wünsche mir, dass wir einander ehrlich begegnen dürfen – im Glauben, im Zweifel, im Schmerz. Und dass wir gemeinsam neu entdecken, was für ein Schatz darin liegt, dem guten Hirten zu folgen, auch wenn sein Weg nicht immer dem entspricht, was wir erhofft hatten. Denn eines ist gewiss: Er ist bei uns – bis ans Ende der Welt. Und darüber hinaus.


In diesem Sinne, taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit.



Eure Lizzy


Bilderquelle: https://dailyverses.net/de


Montag, 30. Juni 2025

Die Wort-des-Glaubens-Bewegung entlarvt - Das große Versprechen: „Gott will immer heilen“

Wenn Heilung ausbleibt: Eine Täuschung der „Wort des Glaubens“-Lehre

Eigentlich hatte ich vor, über etwas anderes zu schreiben – genauer gesagt, über die Neue Apostolische Reformation. Doch je mehr ich mich mit ihr beschäftigte, desto deutlicher wurde mir, wie sehr ihre Lehre auf den Ideen der "Wort des Glaubens"-Bewegung fußt. Bevor ich also weiter in diese Richtung gehe, scheint es mir notwendig, zuerst dieses Fundament offenzulegen.

Und ehrlich gesagt: Auch ein persönlicher Anlass hat mich zu diesem Beitrag bewegt. Ein lieber Freund von mir ist kürzlich plötzlich an einem Herzinfarkt verstorben. Wir hatten gebetet, wir hatten gehofft – und doch hat Gott ihn in seiner Weisheit nicht geheilt, sondern heimgerufen. Dieser Verlust hat viele Gedanken in mir ausgelöst – über Glauben, Heilung und über die Erwartungen, die manche Gläubige mitbringen, oft mehr geprägt durch bestimmte Lehren als durch die Schrift selbst.

Deshalb ist dieser Beitrag nicht der, den ich geplant hatte – aber vielleicht der, der jetzt geschrieben werden musste.


Meine erste Begegnung mit dieser Lehre

Mein erster Kontakt mit dieser Art von Botschaft war durch die Bücher von Catherine Ponder. Sie gehört zur sogenannten New Thought-Bewegung (Neugeist). Für mich öffneten ihre Bücher die Tür zu esoterischen und okkulten Vorstellungen – getarnt in christlicher Sprache. Sie war Teil der Unity Church, zitierte häufig die Bibel und sprach von Gottes Herrlichkeit. Doch in Wahrheit handelte es sich um eine tiefgreifende Verzerrung der biblischen Botschaft und um ein Gottesbild, das mehr mit Magie als mit Gnade zu tun hat.

Immer wieder wurden Bibelstellen aus dem Zusammenhang gerissen, die Verantwortung für Wunder dem Glaubenden aufgebürdet. Diese Denkweise ist nicht neu. Ihre modernen Wurzeln finden sich bei Personen wie Maria Woodworth-Etter, John G. Lake, Charles Parham oder William Branham – Gestalten, die stark mit der frühen charismatischen Bewegung und Heilungserweckungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbunden sind.

Die detaillierte Aufarbeitung der historischen Entwicklung und weltweiten Verbreitung dieser Ideen ist komplex. Deshalb möchte ich mich hier auf die heutige Anwendung und Verbreitung konzentrieren.


Was ist das Wort-des-Glaubens

Es ist die Vorstellung, dass im gesprochenen Wort eine kreative Kraft liegt. Diese Kraft, die im Schöpfungsbericht von 1. Mose 1 deutlich wird, wird jedoch nicht allein Gott zugeschrieben. Vielmehr behaupten manche Lehrer dieser Bewegung, dass auch Christen über diese schöpferische Fähigkeit verfügen – schließlich hat uns Gott in seinem Ebenbild geschaffen.

In manchen Fällen geht das so weit, dass Menschen gar als „kleine Götter“ bezeichnet werden.
Heutige Verfechter dieser Lehre sind z. B. Kenneth Copeland, Benny Hinn, Joseph Prince, Bill Johnson (Bethel) – und noch viele mehr.

Weitere Informationen:
relinfo.ch – Wort-des-Glaubens-Bewegung




Das große Versprechen: „Gott will immer heilen“

In Teilen dieser neo-charismatischen Bewegung gibt es eine weitverbreitete Lehre, die besagt:

Es ist immer Gottes Wille zu heilen.

Lass das einen Moment sacken.
Wenn das wirklich wahr wäre, stellt sich unweigerlich eine Frage:

  • Warum gibt es dann noch so viele kranke Menschen – auch Christen?
  • Warum gibt es kranke Babys?
  • Warum erkranken Menschen an Krebs?
  • Warum werden manche Kinder mit schweren Behinderungen geboren?
  • Warum trägt mein Prediger eine Brille?

Diese Fragen führen uns bereits zum Kern des Problems.
Denn wenn diese Lehre stimmt – warum sieht unsere Welt dann so grundlegend anders aus?

Um mit diesem Widerspruch umzugehen, bleiben am Ende nur zwei Erklärungen:

  1. Es ist unsere Schuld.
  2. Es ist Gottes Schuld.

Beide Antworten sind zerstörerisch für den Glauben – und beide werfen schwerwiegende theologische Probleme auf, die ich hier näher betrachten möchte.



Was die Bibel wirklich sagt

Gott hat uns kein leidfreies Leben versprochen.
Er hat uns nicht garantiert, dass wir in diesem Leben immer gesund sein werden.

Aber Er hat versprochen:

  • „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ – Johannes 16,33
  • „Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.“ – 2. Korinther 12,9
  • „Dreimal habe ich den Herrn gebeten, dass er von mir ablasse.“ – 2. Korinther 12,8

Gottes Antwort war keine Heilung, sondern Gnade.

Selbst Jesus, im Garten Gethsemane, betete:

„Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir. Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ – Lukas 22,42

Er wurde nicht vom Leiden verschont – sondern ging bewusst hindurch. Für uns.

Punkt 1: Es ist unsere Schuld...

Wenn man der Logik dieser Lehre folgt, gibt es viele Gründe, warum es nicht klappt:

Du hast nicht genug Glauben
Du zweifelst
Jemand in deinem Umfeld zweifelt
Du hast nicht genug gebetet
Es gibt verborgene Sünde
Du hast nicht genug gespendet – am besten an den Lehrer, der diese Botschaft verbreitet

...und so weiter.

Seht ihr das Problem?

Es geht nur noch um uns – um unsere Leistung, unsere Anstrengung, unseren Mangel.

Wir werden zu denjenigen, die Gott überzeugen müssen.

Und nicht nur das: Nach dieser Logik scheint Gott ohne unser Zutun gar nicht handeln zu können. Oder anders gesagt: Unser Versagen hindert Gott daran, Seinen Willen auszuführen.

Was für ein erschütterndes Gottesbild – als wäre der Schöpfer des Himmels und der Erde abhängig von der Leistung seiner Geschöpfe.

Und so wird gebetet, gehofft, gekämpft. Und irgendwann setzt die Verzweiflung ein. Dann kommen schnell die Fragen wie:

Was mache ich falsch?
Was stimmt nicht mit mir?
Warum heilt Gott andere, aber nicht mich?
Liebt Er mich überhaupt?


Punkt 2: Es ist Gottes Schuld...

Wenn man alles „abgearbeitet“ hat – geglaubt, gefastet, bekannt, gespendet – und es passiert trotzdem nichts, dann bleibt nur noch der Gedanke:

Vielleicht ist Gott das Problem.

Wenn das Versprochene nicht eintritt, dann beginnt man zu zweifeln:

Ist Gott wirklich gut?
Ist Er vertrauenswürdig?
Ist Er überhaupt allmächtig?
Oder ist Er – Gott bewahre – ungerecht?


Solche Gedanken, ob laut ausgesprochen oder innerlich getragen, sind gefährlich. Sie führen zu einem verzerrten Gottesbild, das mehr mit Enttäuschung als mit Offenbarung zu tun hat – genährt durch falsche Erwartungen und irreführende Lehren.

Die Folge:

Das Gebet wird kraftlos, Glaube wird zu Frustration, Anbetung verstummt…. Und leider kommen viele an den Punkt zu denken: „Nach all dem – es gibt keinen Gott…“

Woher kommt die Vorstellung, dass Gott immer heilen will?

Zwei Bibelverse werden besonders oft als Beleg für diese Lehre herangezogen:

„Durch seine Wunden sind wir geheilt.“ – Jesaja 53,5

•„Und viele folgten ihm (Jesus), und er heilte sie alle.“ – Matthäus 12,15

Doch die entscheidende Frage bleibt:

Bezieht sich diese „Heilung“ wirklich auf körperliche Gesundheit – und zwar jederzeit, für jeden?

Ich wage zu sagen: Nein.

In 1. Petrus 2,24 wird deutlich, dass sich die Heilung, von der Jesaja spricht, in erster Linie auf unsere Sünde und das Verhältnis zu Gott bezieht – nicht auf Krankheiten im physischen Sinne. Es geht um Erlösung, nicht um garantierte Gesundheit in diesem Leben.

  • Heilt Gott? Ja. 
  • Garantiert Er es? Nein.
  • Tut Gott heute noch Wunder? Ja.

Aber: Hat Er uns Heilung in jedem Fall, zu jeder Zeit versprochen? Nein.

Meine liebe Mama hat mir einmal etwas gesagt, das ich nie vergessen habe. Sie sagte, dass Gott auf drei Arten heilt:

1. Sofort – das ist ein Wunder.
2. Im Prozess – das ist Genesung.
3. Durch den Tod – das ist Erlösung und Auferstehung.


Wer ist Gott wirklich?

Er ist Gott.
Heilig. Souverän. Barmherzig. Und gerecht.

·       Also ist Gott kein Roboter.

·       Kein Wunsch-Erfüller.

·       Kein Flaschengeist.

·       Kein spiritueller Dienstleister.

·       Kein kosmischer Butler, der auf unsere Befehle wartet.

 


Manchmal sagt Er „nein“. Oder „noch nicht“. Nicht aus Lieblosigkeit, sondern weil Seine Weisheit über unser Verstehen hinausgeht.

Das ist vielleicht kein Trost in der ersten Trauer.

Aber auf lange Sicht ist ein Gott, der nicht unserem Willen folgt, sondern das Universum lenkt, der einzige Gott, dem wir wirklich vertrauen können.

Ein letzter Gedanke (für den Moment)

Die falsche Lehre, dass Gott immer heilen will, lässt uns am Ende nur zwei Orte, an denen wir die Schuld suchen, wenn Heilung ausbleibt: bei uns – oder bei Gott.

Beides ist zerstörerisch. Beides ist unbiblisch.

Doch das Evangelium ist größer.

Heilung ist nicht das Ziel – Christus ist es.

Ob Heilung heute geschieht, morgen oder erst in der Ewigkeit:

Wir haben das Kostbarste schon empfangen – Ihn selbst.

Deshalb ist es entscheidend, dass wir unser Gottesbild nicht aus Erfahrungen, Gefühlen oder Enttäuschungen formen, sondern aus der Schrift. Die Bibel zeigt uns einen Gott, der treu ist – auch wenn wir ihn nicht verstehen. Einen Gott, der uns nicht immer von Krankheit befreit, aber uns durch sie hindurchträgt. Einen Gott, der uns nicht alles gibt, was wir wollen, aber alles, was wir wirklich brauchen.


In diesem Sinne, taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit.


Eure Lizzy


Bilderquelle: https://dailyverses.net/de