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Freitag, 5. September 2025

Teil 3 – Offener Theismus und Gebet: Gottes Allwissenheit und warum ich trotzdem bete

Ich erinnere mich noch gut an eine Zeit als junge Christin, in der ich intensiv gebetet habe und mich trotzdem fragte: „Macht das überhaupt Sinn? Gott weiß doch sowieso schon, was ich brauche – warum soll ich es ihm dann noch sagen?“ Vielleicht kennst du diese Gedanken auch. Sie sind ganz menschlich. Genau an diesem Punkt prallen oft zwei Extreme aufeinander: Manche denken fast fatalistisch: „Wenn Gott sowieso alles weiß, spielt mein Gebet doch keine Rolle mehr.“ Andere – wie die Vertreter des offenen Theismus – behaupten: „Gott weiß die Zukunft nicht, also hängt alles von mir und meinen Gebeten ab.“ Die Bibel zeigt uns aber einen ganz anderen Weg: Gott weiß alles vollkommen – und trotzdem lädt er uns ein, mit ihm zu reden. Sein Wissen macht unser Gebet nicht überflüssig, sondern gibt ihm Tiefe und Sicherheit.


Für mich ist Gebet ein Gespräch, schlicht und einfach. Unser Gott ist ein lebendiger Gott und wünscht sich eine persönliche Beziehung mit uns. Nähe und Vertrauen entstehen nur, wenn wir Zeit miteinander verbringen. Jesus selbst sagte: „Euer Vater weiß ja, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet“ (Matthäus 6,8 Menge). Gebet dient nicht dazu, Gott Informationen zu liefern, die er sonst nicht hätte. Vielmehr schenkt es uns die notwendige Gemeinschaft mit ihm. Es bringt unser Herz in Einklang mit seinem Willen. Gerade, weil Gott schon weiß, was wir brauchen, dürfen wir mit Vertrauen beten – ohne Maske, ohne viele Worte. Ich habe so oft erlebt, dass Gebet nicht unbedingt meine Situation verändert hat, dafür aber mein Herz und meine Einstellung.

Auch im Leid ist es ein Trost, dass Gott unser Leben vollkommen kennt. Als Israel in Ägypten unterdrückt wurde, sprach der Herr zu Mose: „Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten wohl gesehen und ihr lautes Klagen über ihre Antreiber gehört; ja, ich kenne ihre Leiden“ (2. Mose 3,7 Menge). Gott sieht nicht nur das große Ganze, sondern auch jede einzelne Träne. Kein Schmerz, keine Ungerechtigkeit bleibt ihm verborgen. Der offene Theismus bietet keinen solchen Trost – ein Gott, der nicht weiß, was kommt, könnte selbst vom Leid überrascht werden. Der Gott der Bibel aber kennt Anfang und Ende. Deshalb dürfen wir uns in seine Hand bergen.

Oft höre ich die Frage: „Wenn Gott doch schon alles weiß, dann ist doch egal, was ich tue.“ Doch Gottes Vorherwissen hebt unsere Verantwortung nicht auf. Petrus predigte zu Pfingsten: „Diesen Mann, der nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorherwissen dahingegeben war, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet“ (Apostelgeschichte 2,23 Menge). Jesu Kreuzestod geschah nach Gottes Plan – und dennoch sind die Menschen verantwortlich für ihre Tat. Ein weiteres Beispiel ist Josef, der von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft wurde. Am Ende seines Lebens konnte er zurückblicken und sagen: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen; Gott aber gedachte es gut zu machen“ (1. Mose 50,20 Menge). Hier sehen wir, dass Gottes souveränes Wissen menschliches Handeln nicht ausschließt, sondern sogar gebraucht, um seinen guten Plan auszuführen.

David schreibt über die tiefe Beziehung zu Gott: „HERR, du hast mich erforscht und kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, du verstehst meine Gedanken von ferne“ (Psalm 139,1–2 Menge). Vor Menschen können wir uns verstellen. Vor Gott nicht. Er kennt unsere Gedanken, unsere Schwachheit, unsere Schuld. Und doch hat er seinen Sohn für uns gegeben.


Für mich bedeutet das: Ich darf Gott alles sagen, auch wenn er es längst weiß. Ich darf ihm mein Herz ausschütten, gerade weil er mich besser kennt, als ich mich selbst kenne. Ein Gott, der von Zeit und Wissen begrenzt wäre, könnte mir keine solche Gewissheit schenken. Wenn ich bete, weiß ich: Ich verändere nicht Gottes Wissen, aber ich darf mein Herz bei ihm ausschütten. Und erstaunlicherweise verändert Gott oft mich durch das Gebet – meine Sicht, meine Geduld, meinen Frieden.

Mein Frieden liegt darin, dass mein zukünftiger Lebensweg, auch wenn ich ihn noch nicht beschritten habe, von meinem himmlischen Vater gesehen und getragen wird. Jede Prüfung, jeder Segen– Er weiß alles, und Er wird mich sicher hindurchführen.


Damit möchte ich diese Reihe über den offenen Theismus erst einmal abschließen. Das alles war nicht leicht „zu Papier zu bringen“, da es sehr akademisch und theologisch ist, aber ich denke, diese Basis ist notwendig, um viele der neuen Strömungen und Ideen in unseren Kirchen und Gemeinden zu verstehen. Es liegt mir wirklich am Herzen, vor den Gefahren der NAR (Neu Apostolische Reformation) zu warnen, und ich hoffe, in den weiteren Beiträgen darüber zu schreiben. Aber ich hoffe auch, bald mal wieder über die kleinen und großen Erfahrungen aus dem Alltag zu berichten.

 

In diesem Sinne, taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit.


Eure Lizzy

Offener Theismus Teil 1 und Teil 2
Bilderquellen: https://dailyverses.net/de
Bibel Online: https://www.bibleserver.com

Dienstag, 17. Juni 2025

Was du wissen solltest – Die Wahrheit über die Passion Translation

 Hallo meine lieben Leser,

ich litt gerade mal wieder unter einer kleinen Schreibblockade. Die scheine ich nun überwunden zu haben – schnallt euch an, heute wird’s lang.

Die letzten Monate waren ziemlich schwierig für mich. Ich habe ja bereits darübergeschrieben, wie sich bei mir immer größere Zweifel breit machten über das, was ich in meiner Gemeinde hörte, und welche Lehren sich langsam einschlichen. Darauf folgten Wochen – ja, Monate – intensiven Studiums, um für mich selbst zu klären, ob all das dem Wort Gottes entspricht. Die Antworten, die ich fand, waren schwer für mich einzugestehen.

Hatte unser Herr Jesus mich denn nicht in seiner Gnade aus der Esoterik herausgerufen? Hatte ich mir nicht fest vorgenommen, nie wieder von seinem Wort abzuweichen?

Und doch – ungewollt und schleichend – haben sich falsche Lehren und Ideen in unsere Gemeinde eingeschlichen, und ich habe es nicht sofort bemerkt. Am Ende musste ich die schwere Entscheidung treffen, zu gehen.



Zur Erinnerung: Ich lebe im europäischen Süden, und meine Gemeinde war englischsprachig – deshalb sind nicht alle meine Schwierigkeiten leicht zu erklären. Viel hängt damit zusammen, welches Material in der Sonntagslehre verwendet wurde und welchen Einfluss gewisse „Pastoren“ oder „Bibellehrer“ in unserer Gemeinde hatten.

Eines der Probleme war zum Beispiel die Nutzung einer sogenannten „Bibelübersetzung“ namens The Passion Translation. Dieses Werk – man kann es schwerlich eine Bibel nennen – ist, Gott sei Dank, bislang noch nicht ins Deutsche übersetzt worden. Doch im englischsprachigen Raum richtet es bereits seit Jahren Schaden an. Es handelt sich um ein Projekt von Brian Simmons, der nach eigener Aussage einen Besuch von Jesus persönlich empfangen habe. Dabei, so sagt er, habe Jesus ihm den Auftrag gegeben, die Bibel – nach fast 2000 Jahren – nun „richtig“ zu übersetzen. Jesus würde ihm dafür neue Offenbarungen schenken, sogar „Geheimnisse“ der hebräischen und aramäischen Sprache.

Einige von euch denken jetzt vielleicht:

„Wie bitte? Ist das dein Ernst? Jesus persönlich? Eine neue Übersetzung? Ist meine Bibel etwa falsch? Habe ich das richtig gelesen?“

Ja, ihr habt richtig gelesen. Aber keine Sorge – deine Bibel ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine solide, zuverlässige Übersetzung. (Ich komme später beim Thema Peer-Review noch einmal darauf zurück.)

Leider ja ich meine das Ernst – ich verlinke hier das Video von Brian Simmons in der Sendung von Sid Roth (It’s Supernatural!). In seinen eigenen Worten erklärt er dort, wie er zu diesem außergewöhnlichen Projekt gekommen sei.


(Quelle: YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=1vMTufSKaY8  - englisch mit deutschen Untertiteln möglich)

Ich hatte meine Gemeinde bereits Mitte 2023 vor dieser „Übersetzung“ gewarnt. Als damals The Passion Translation Einzug in die sonntägliche Lehre meiner Gemeinde erhielt, wurde ich – als bekennender Bibel-Sammler – natürlich neugierig. (Ich habe aber große Mühe damit, dieses Werk überhaupt als Bibel zu bezeichnen.)

Ich begann ein wenig zu recherchieren – und fand wortwörtlich innerhalb von fünf Minuten Googeln die ersten massiven Probleme und ernsthafte Kritik. Was ich im Folgenden zusammenfasse, ist nur ein kleiner Ausschnitt – es gibt weitaus mehr:


Zum Autor (Brian Simmons):

  • Keine nachweisbaren Qualifikationen in Aramäisch oder anderen biblischen Sprachen
  • Selbsternannter „Apostel“ ohne theologische Legitimation
  • Der Doktortitel stammt vom Wagner Leadership Institute (Fokus: praktisches Gebet), nicht von einer anerkannten theologischen Fakultät

 

Probleme der Passion Translation:

  • Simmons behauptet, Jesus sei ihm erschienen und habe ihn zu einer neuen Bibelübersetzung beauftragt – ein Vorgang, der in seiner Radikalität an die Entstehung der Mormonenbewegung erinnert
  • Die angeblich „neue Offenbarung“ widerspricht der im Neuen Testament abgeschlossenen Offenbarung Christi (vgl. Epheser 3)
  • Jesus wird in dieser Übersetzung oft eher als romantische Figur denn als heiliger Gott dargestellt
  • Simmons agiert als alleiniger Übersetzer ohne ausreichende Expertise in den biblischen Ursprachen (nach viel externer Kritik und Fragen steht das heute auf der Webseite anders aber die Gruppe der Prüfer werden nicht bekannt gemacht)
  • Es gibt keinerlei unabhängige Überprüfung oder Peer-Review Die aramäischen Manuskripte, auf die er sich angeblich bezieht, stammen aus dem 5. Jahrhundert – also Jahrhunderte nach den Urschriften
  • Es wird nicht offengelegt, auf welchen Manuskripten seine Übersetzung tatsächlich basiert
  • Viele Begriffe und ganze Passagen sind frei hinzugefügt – sie spiegeln Simmons’ persönliche Interpretation wider
  • Wortstudien auf Basis dieser „Übersetzung“ sind nicht möglich, da Begriffe durch freie Paraphrasen ersetzt wurden

 



Peer-Review – Bibelkommissionen - Kann ich meiner Bibel vertrauen?

Jede seriöse Bibelübersetzung wird von einem Team aus Theologen, Sprachwissenschaftlern und Historikern erstellt. Wenn du deine Bibel vorne aufschlägst, findest du dort in der Regel die Namen und Hintergründe der beteiligten Personen.

Diese sogenannten Bibelkommissionen befassen sich mit der sorgfältigen Untersuchung des biblischen Textes in seinem historischen, sprachlichen und kulturellen Kontext. Sie prüfen neu entdeckte Manuskripte, gleichen verschiedene Quellen ab und erklären, wo und warum Änderungen vorgenommen wurden – etwa wenn eine klarere Übersetzung gefunden wurde oder neue, gut bezeugte Handschriften auftauchen.

Ganz entscheidend: Eine Kommission stellt sicher, dass keine persönlichen Interpretationen oder theologischen Tendenzen den Text verfälschen.


Die Passion Translation unter der Lupe

Da The Passion Translation bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurde, habe ich die Passagen selbst übertragen. Ich bitte um Nachsicht und Vertrauen, dass ich dies nach bestem Wissen und Gewissen getan habe. Sollte jemand Fehler finden, kontaktiert mich bitte in den Kommentaren – ich werde eure Hinweise gern prüfen. Ihr merkt schon: Man braucht eigentlich eine Kommission!

Weil dieser Beitrag im Ganzen recht lang wird, werde ich mich im Folgenden auf zwei Beispielverse beschränken.


Beispiel: Römer 12,6

Elberfelder Bibel:

„Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, nach der uns verliehenen Gnade: es sei Weissagung, so lasst uns weissagen nach dem Maß des Glaubens;“

Passion Translation (deutsch):

„Gottes wunderbare Gnade hat jedem von uns unterschiedliche Gaben und Dienste gegeben, die ganz einzigartig sind. Wenn dir also die Gnadengabe der Prophetie gegeben wurde, dann aktiviere deine Gabe, indem du im Maß deines Glaubens prophezeist.“

Aktiviere deine Gaben?

Was soll das heißen? Das klingt eher nach einer Einweihungszeremonie der Esoterik als nach neutestamentlicher Lehre.

Was sagt die Bibel?

Diese Formulierung hat keine Grundlage im Wort Gottes. Der Apostel Paulus lehrt in 1. Korinther 12, dass die dort genannten Gnadengaben vom Heiligen Geist verliehen werden – nicht „aktiviert“ werden. Der Geist teilt sie aus, wie Er will (1. Kor 12,11). Niemand kann sich selbst eine Gabe aussuchen oder sie durch eine Handlung „freischalten“.

Paulus unterstreicht das mit einer Reihe rhetorischer Fragen:

„Sind alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Wirken alle Wunder? Haben alle Gnadengaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Legen alle aus?“ (1. Kor 12,29–30).

Die offensichtliche Antwort lautet: Nein.


Beispiel: Matthäus 5,4

Elberfelder Bibel:

„Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden!“

Passion Translation (deutsch):

„Welch eine Freude ist es, wenn ihr auf den Herrn wartet! Denn ihr werdet finden, wonach ihr euch sehnt.“

Verwirrt?

Die Verse klingen vollkommen unterschiedlich. Was geht hier vor?

Der Vergleich:

Die Elberfelder bleibt nah am griechischen Urtext. „Trauernde“ (gr. penthéō, Strong G3996) bedeutet tiefes Leid oder Reue – z. B. über Sünde oder Verlust. „Getröstet werden“ (parakaleō, Strong G3870) verweist auf Gottes Verheißung, die Leidenden zu trösten (vgl. Jes 61,2–3).

Die Passion Translation ersetzt „Trauer“ durch „Warten“ und „Trost“ durch „erfüllte Sehnsüchte“. Diese Begriffe entstammen einem ganz anderen Bedeutungsfeld. „Warten“ (hebr. qavah, Strong H6960) bedeutet eher Hoffen oder Erwarten, aber sicher nicht Trauern.

Simmons’ Fußnote:

Er behauptet dort, „Trauern“ und „Warten“ seien „fast identisch“.

Doch penthéō (Trauer) und qavah (Hoffnung/Warten) sind völlig unterschiedliche Begriffe – sowohl sprachlich als auch theologisch. Diese Erklärung verwirrt mehr, als dass sie hilft.

Warum ist das ein Problem?

Die Elberfelder Bibel bewahrt die tiefe, tröstende Aussage Jesu: Gott sieht die Trauernden – und Er tröstet sie. Simmons hingegen ersetzt diese Zusage durch eine weichgezeichnete Vorstellung von „Freude“ und „erfüllter Sehnsucht“. Das klingt zwar schön – aber es ist keine Übersetzung, sondern eine Umdeutung. Und sie verändert die Botschaft.

Simmons’ Methode zeigt: Er setzt auf emotionale Wirkung – nicht auf sprachliche Treue oder sorgfälltige Auslegung.

 


Wie konnte so etwas Einzug in unsere Gemeinde halten?

Diese Frage habe ich mir oft gestellt. Wie konnte eine solch fehlerhafte „Übersetzung“ so selbstverständlich in einer Gemeinde verwendet werden, in der doch angeblich das Wort Gottes die höchste Autorität haben sollte? Ich glaube, die Antwort ist vielschichtig – und gleichzeitig erschreckend einfach.

Ein Teil des Problems liegt sicher in mangelnder biblischer Lehre. Wenn Christen nicht regelmäßig selbst in der Heiligen Schrift lesen, wenn sie nicht wissen, was sie glauben und warum, dann entsteht ein Vakuum. Und dieses Vakuum wird schnell von Angeboten gefüllt, die zwar emotional ansprechend, aber inhaltlich gefährlich sind.

Brian Simmons schreibt mit blumigen Worten, er spricht ständig von „Liebe“, „Leidenschaft“ und „Gegenwart Gottes“. Das klingt erst einmal gut. Aber genau darin liegt die Gefahr: Der emotionale Zugang ersetzt das Studium des Wortes. Gefühle treten an die Stelle von Wahrheit. Und mit der Zeit wird eine Vorstellung von Gott geformt, die immer weniger mit dem biblischen Gott zu tun hat – aber sich „spirituell“ anfühlt.

Man glaubt, man sei besonders offen für das Wirken des Geistes – aber in Wirklichkeit verliert man die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Irrtum.


Der Einfluss charismatisch-mystischer Strömungen

Ein weiteres Element, das ich in meiner früheren Gemeinde beobachten konnte, war der wachsende Einfluss mystisch-charismatischer Lehrer. Diese Bewegung ist oft geprägt von besonderen „Offenbarungen“, prophetischen Träumen, neuen geistlichen Erfahrungen – und einem sehr persönlichen Zugang zur Bibel, bei dem es nicht mehr um den ursprünglichen Sinn des Textes geht, sondern um das, was ich darin spüre oder was mir der „Heilige Geist“ gerade zeigt. (Welcher Geist - das wird bald ein anderer Beitrag)  

Auch Brian Simmons ist ein typisches Beispiel dieser Strömung. Seine Aussagen, Jesus habe ihn in den Himmel genommen und ihn dort mit neuen Offenbarungen betraut, erinnern erschreckend an gnostische oder esoterische Ideen. Es geht nicht mehr um das überlieferte, objektive Wort Gottes – sondern um neue, exklusive Einsichten, die angeblich nur einigen wenigen zugänglich sind.

Doch das ist absolut unvereinbar mit dem Wesen des Evangeliums. Der Glaube kommt aus dem Hören, sagt Paulus in Römer 10,17 – nicht aus geheimen Visionen. Und Judas schreibt, dass der Glaube „ein für alle Mal den Heiligen überliefert“ wurde (Judas 1,3). Es gibt nichts Neues mehr hinzuzufügen.


Was macht das mit einer Gemeinde?

Langfristig verändern solche Lehren die Atmosphäre in einer Gemeinde. Man hört plötzlich Sätze wie: „Das steht zwar irgendwo in der Bibel, aber Gott hat mir persönlich etwas Neues gezeigt.“ Oder: „Die Bibel ist wichtig, aber der Geist spricht heute auch anders.“ Man beginnt, die Schrift als Ausgangspunkt zu nehmen – aber das Ziel ist nicht mehr Christus, sondern eine neue „Erfahrung“, ein neues Gefühl, eine neue „Tiefe“.

So kam es auch bei uns. Ich hörte plötzlich Dinge wie:

  • „Die Passion Translation ist frischer und spricht direkter zum Herzen.“
  • „Ich bekomme durch sie eine tiefere Offenbarung.“
  • „In der alten Bibel fehlen Dinge, die der Heilige Geist jetzt wiederherstellt.“

Was hier geschieht, ist nicht nur theologisch problematisch – es ist geistlich gefährlich. Denn es führt die Gemeinde langsam weg vom biblischen Christus hin zu einem anderen Jesus, zu einem anderen Evangelium, zu einem anderen Geist (2. Korinther 11,4).


Wie spricht man mit anderen über so etwas?

Ich gebe zu: Das war für mich einer der schwersten Punkte. Wie spricht man über falsche Lehre, ohne hochmütig zu wirken? Wie warnt man mit Liebe – ohne zu verletzen?

Zunächst: Wenn du merkst, dass in deiner Gemeinde oder deinem Umfeld etwas nicht stimmt, dann sei mutig – aber bleibe sanft. Paulus schreibt:

„Der Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern milde sein gegen jedermann, fähig zu lehren, geduldig, und die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen“ (2. Timotheus 2,24–25).

Das ist sehr, sehr schwer, wenn man selbst verletzt oder enttäuscht ist. Doch es geht nicht um unseren Zorn, sondern um Gottes Wahrheit – und um die Herzen der Menschen.

Ich habe selbst erlebt, wie wichtig es ist, Fragen zu stellen statt Urteile zu fällen. Ein Gespräch kann beginnen mit:

  • „Hast du dich mal gefragt, auf welcher Textgrundlage diese Bibelübersetzung basiert?“
  • „Wusstest du, dass der Autor keine Ausbildung in den biblischen Sprachen hat?“
  •  „Was denkst du über die Warnungen der Bibel vor neuen Offenbarungen?“
  • „Was bedeutet es für dich, dass Gottes Wort „ein für alle Mal“ überliefert wurde (Judas 1,3)?“


Nicht alle werden offen sein. Aber einige werden nachdenken. Und für diese wenigen lohnt es sich, mutig zu sprechen – in Liebe und in der Wahrheit.


Ist die Offenbarung Gottes abgeschlossen?

Das ist ein ganz zentraler Punkt. Viele Menschen, die sich zu neuen Bibelübersetzungen, Träumen oder Visionen hingezogen fühlen, tun das aus dem Wunsch heraus, mehr von Gott zu erleben. Das ist verständlich – aber gefährlich, wenn man die Grundlage verliert.

Die Bibel ist eindeutig: Die Offenbarung Gottes ist vollständig. Es gibt nichts hinzuzufügen.


1. Jesus ist die endgültige Offenbarung

„Nachdem Gott früher vielfach und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat [...] hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn“(Hebräer 1,1–2)

Gott hat endgültig durch seinen Sohn gesprochen. Alles, was wir für Leben, Glauben, Hoffnung und Ewigkeit brauchen, finden wir in ihm – wie er in der Schrift offenbart ist.


2. Die Apostel haben das Fundament gelegt

„Ihr seid ... gebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst der Eckstein ist“ (Epheser 2,20)

Die Apostel haben das Fundament gelegt. Wir bauen darauf – aber wir legen es nicht neu. Neue „Offenbarungen“ wie die von Brian Simmons, die über das apostolische Zeugnis hinausgehen, widersprechen diesem Prinzip.


3. Warnung vor Hinzufügung

„Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen [...]“ (Offenbarung 22,18)

Auch wenn dieser Vers auf das Buch der Offenbarung abzielt, ist das Prinzip deutlich: Gottes Wort ist vollständig. Wer Neues hinzufügt, läuft Gefahr, das Evangelium zu verfälschen.


Was du tun kannst

Vielleicht liest du das hier, weil du selbst Zweifel hast. Vielleicht bist du in einer Gemeinde, in der die „Passion Translation“ oder ähnliche Lehren verbreitet sind. Vielleicht fühlst du dich allein. Ich will dich ermutigen:

Gott ist treu. Wenn du ihn aufrichtig suchst, wird er dich führen (Jeremia 29,13).

Bleib im Wort. Die Schrift ist zuverlässig. Lass dich nicht verwirren von neuen Strömungen.

Such das Gespräch. Vielleicht bist du genau der Mensch, durch den andere gewarnt werden.

Sei bereit, Opfer zu bringen. Wahrheit ist kostbar. Manchmal bedeutet sie, sich zu trennen – aus Liebe zur Gemeinde und zur Ehre Christi.



Ein letzter Gedanke

Ich weiß, wie schwer diese Themen sein können. Ich weiß, wie weh es tut, wenn man geliebte Menschen oder vertraute Gemeinschaften nicht mehr mit gutem Gewissen mittragen kann. Und doch: Gott ist treu. Sein Wort ist klar. Sein Geist führt uns in alle Wahrheit – nicht durch neue Offenbarungen, sondern durch das, was er uns längst gegeben hat: Jesus Christus, den lebendigen Sohn Gottes, bezeugt in der Schrift.

Wenn du diesen Weg gerade gehst – du gehst ihn nicht allein. Halte fest an Gottes Wort, vertraue ihm, auch wenn es dich etwas kostet. Denn es lohnt sich. 

„Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht“ (Sprüche 23,23)


In diesem Sinne, taucht tief in Gottes Wort ein und prüft alles im Licht Seiner Wahrheit und wie sagt Justin Peters so toll:

"Wenn Du Gott kennenlernen willst, lies die Bibel 

Wenn Du Gott hören willst, lies die Bibel laut. 

DIE Bibel ist GOTTES Wort"


Eure Lizzy


 

Allgemeine Quellen zu Brian Simmons und TPT

Anmerkung: Mir sind leider ein paar Quellen abhandengekommen, da ich selten Quellen für mich selber aufhebe, vieles in diesem Beitrag stützt sich auf meine alten persönlichen Notizen zum Thema

1. Interview mit Sid Roth („It's Supernatural!“ Show)
YouTube: Brian Simmons on Sid Roth – The Passion Translation
(Simmons beschreibt seine Visionen und Himmelserfahrungen.)


2. Wissenschaftliche Kritik an The Passion Translation
Andrew G. Shead, Burning Scripture with Passion – The Crushed Soul of The Passion Translation.
In: Themelios 45.1 (2020), S. 48–64.
Artikel online lesen (PDF)


3. Übersicht von kritischen Einschätzungen (TPT vs. echte Übersetzungen)
Mike Winger: The Dangers of The Passion Translation – Video-Analyse
YouTube: Mike Winger on TPT


4. Offizielle Webseite von Brian Simmons (Selbstaussagen, Biografie etc.)
https://www.thepassiontranslation.com


5. LinkedIn-Profil von Brian Simmons (für Angabe zum Doktortitel)
https://www.linkedin.com/in/brian-simmons-658a6a37

(Dieses Profil existiert nicht mehr)


6. Holly Pivec - Blog


7. Vergleich von Bibelstellen (z. B. Römer 12,6 oder Matthäus 5,4)

Elberfelder Bibel: https://www.bibleserver.com

TPT-Vergleich via https://www.biblegateway.com


8. Stellungnahmen von Bibelübersetzern
Mark Ward: What’s Wrong with The Passion Translation?
Faithlife Blog, 2021


9. Bilderquelle: https://dailyverses.net/de

Samstag, 29. März 2025

Plauderecke - Von Schuld zur Gnade

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Jahre mit Jesus. Oft empfand ich mich als unwürdig, eine gute Mutter, eine liebevolle Ehefrau oder eine engagierte Angestellte zu sein – geschweige denn eine treue Christin! Meine Schwächen und Fehler standen mir deutlich vor Augen, mein sündiges Wesen überwältigte mich. Ich wusste, dass die Bibel mir helfen könnte, doch es gab Tage, an denen ich sie nicht aufschlagen wollte. Ich war ungeduldig mit meiner Tochter, unversöhnlich gegenüber meinem Mann, traf Entscheidungen, die nicht mit Gottes Willen übereinstimmten, und schaffte es dennoch, mich vor mir selbst zu rechtfertigen.

An solchen Tagen erschien mir das Gebet unerreichbar. Die Scham lastete so schwer auf mir, dass ich mich kaum wagte, vor Jesus zu treten. Doch ist das der Weg, den Gott für mich vorgesehen hat? Heute weiß ich: Nein, das ist er nicht. Gott sei Dank habe ich im Laufe der Zeit verstanden, wie gütig und liebevoll unser himmlischer Vater ist.

Es ist richtig, dass wir uns ärgern, wenn wir gesündigt haben. Das zeigt, dass unser Gewissen noch empfindsam ist, dass wir erkennen, wenn wir etwas falsch gemacht haben. Diese Erkenntnis soll uns zur Umkehr führen. Aber manchmal kann Scham uns so sehr erdrücken, dass sie uns von Gott entfernt, anstatt uns zu ihm zu führen. Genau da liegt das Problem.

In solchen Zeiten, versuche ich mich an die Stimme in der Wüste zu erinnern, eine Stimme die auch meine eigene innere Wüste durchbricht:

"Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!" (Johannes 1,29)




Jesus ist nicht nur für die Sünden gestorben, die ich vor meiner Bekehrung begangen habe, sondern für alle Sünden. Die Schuldgefühle, die mich manchmal übermannen, sind nichts anderes als das Flüstern des Feindes. Er will mich davon überzeugen, dass ich unwürdig bin, dass meine Fehler mich von Gott trennen. Aber die Wahrheit ist: Der Feind wurde besiegt, als Jesus am Kreuz starb und wieder auferstand. Er hat keine Macht mehr über mich – es sei denn, ich gebe sie ihm, indem ich seine Lügen glaube.

Was mich befreit? Die Wahrheit über Gott und meine Identität in ihm. Ich bin nicht nur seine Schöpfung, sondern sein Kind. Er hat mich in seine Familie aufgenommen, mich versiegelt und nennt sich selbst meinen Vater im Himmel. Und ein guter Vater liebt seine Kinder, selbst wenn sie Fehler machen.

Denken wir an unsere eigenen Kinder, Neffen, Nichten oder die Kinder unserer Freunde. Wir lieben sie in jeder Phase ihres Lebens: als Babys, als Kleinkinder, in der Schulzeit, in der Pubertät und auch dann, wenn sie erwachsen sind. Hört diese Liebe auf, wenn sie Fehler machen? Nein! Auch wenn sie uns enttäuschen, würden wir sie niemals aufgeben. Wie viel mehr liebt uns unser himmlischer Vater, der vollkommen und unendlich geduldig ist?

Paulus beschreibt diesen inneren Kampf so ehrlich:

"Denn ich verstehe mein eigenes Handeln nicht. Denn ich tue nicht, was ich will, sondern ich tue das, was ich hasse." (Römer 7,15)



Es tröstet mich zu wissen, dass selbst Paulus – dieser außergewöhnliche Mann Gottes – mit sich gerungen hat. Meine Sünden wurden am Kreuz vergeben, als Jesus sein heiliges Blut für mich vergoss. Der Preis war unvorstellbar hoch, doch Jesus zahlte ihn aus Liebe.

Aber eines hat sich nicht verändert: meine menschliche Natur. Ich bin und bleibe fehlerhaft. Deshalb wende ich mich an Gott, um Weisheit zu erlangen, um zu lernen, um mich von Ihm erziehen zu lassen. Und wenn ich falle, darf ich wissen, dass Er mich auffängt und wieder aufrichtet.

Er liebt mich. Jesus liebt mich. Der Heilige Geist liebt mich. Und er erinnert mich – manchmal sanft, manchmal nachdrücklicher – daran, dass "alle gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlen" (Römer 3,23). Ich bin keine Ausnahme. Aber ebenso wenig bin ich eine Ausnahme, wenn es um seine Gnade geht.



Ich will mich nicht mehr von Schuldgefühlen niederdrücken lassen. Ich will mich daran erinnern, dass sogar Paulus kämpfte, dass Jesus für alles bezahlt hat – für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Ich will mich entscheiden, auf die Stimme der Wahrheit zu hören und nicht auf die eines besiegten Lügners. Mein Vertrauen will ich allein auf Jesus setzen.

Und ich will beten:

"Gott, ich weiß, dass ich ein Sünder bin. Ich weiß, dass ich die Konsequenzen meiner Sünde verdient habe. Doch ich vertraue auf Jesus Christus als meinen Retter. Ich glaube, dass sein Tod und seine Auferstehung meine Vergebung bewirkt haben. Ich vertraue auf Jesus und Jesus allein als meinen Herrn und Erlöser. Amen."

Dieses Gebet ist nicht nur ein Lippenbekenntnis. Es ist die Wahrheit, die mein Herz erfüllt. Ich bin erlöst, nicht wegen meiner Leistung, sondern wegen seiner unermesslichen Gnade. Und das ist das Fundament, auf dem ich stehen will.


In diesem Sinne,


Eure Lizzy

 

Bilderquelle: https://dailyverses.net/de

Dienstag, 21. Januar 2025

Die Sache mit der Frage: „Warum Gott, warum…“

Meine lieben Leser, zuerst einmal möchte ich mich für die Funkstille im Dezember entschuldigen. Ich hatte mir zwar fest vorgenommen, mindestens einmal im Monat zu schreiben, aber die Festlichkeiten kamen dazwischen. Wir hatten das große Vergnügen, Fräulein Faithful für ganze zwei Wochen bei uns zu haben. In dieser Zeit konnten wir gemeinsam unseren Herrn Jesus feiern und das neue Jahr einläuten.

Leider Gottes hat unser neues Jahr keinen guten Start genommen. Völlig unverhofft ist unser geliebtes Haustier verstorben. Mein Herz ist schwer, denn unser kleines Kaninchen, voller Energie und Charakter, hat uns zwei Jahre lang so viel Freude gebracht. Sein unverhoffter Tod hat in unseren Herzen ein recht großes Loch hinterlassen.




Wann immer unser Leben aufgerüttelt wird – sei es durch den Tod eines geliebten Menschen oder Haustiers, durch einen Unfall oder den Verlust einer Arbeit – neigen wir dazu zu fragen: „Warum Gott, warum?“ Es ist eine natürliche Reaktion auf Schmerz und Verlust, eine Suche nach Antworten, wenn unser Herz schwer ist und wir das Leid nicht verstehen.

Habe ich die Antwort auf diese Frage gefunden? Nein, nicht wirklich. Was ich jedoch gefunden habe, ist Trost in meinem Heiland. Ich habe Trost in dem Wissen, dass Er mich und die Meinen liebt. Ich habe Trost in der Erkenntnis, dass Verlust und Schmerz keine Bestrafung sind, sondern dass sie zu den unausweichlichen Realitäten einer gefallenen Welt gehören. Schmerz, Verlust und Traurigkeit sind leider Teil dieses Lebens. Doch meine Hoffnung ruht in der Opfergabe Jesu.




Jesus hat uns versprochen, dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben finden werden – ein Leben, in dem Er all unsere Tränen trocknen wird, ein Leben in der Gegenwart Gottes, des Schöpfers dieser Welt. Dieses Versprechen ist ein Anker für meine Seele, besonders in Zeiten der Traurigkeit. Es gibt mir die Zuversicht, dass der Tod und nicht das letzte Wort hat, dass Schmerz nicht für immer andauert, sondern dass eine vollkommene Freude und ewige Gemeinschaft mit Gott auf uns warten.


3 Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.

4 Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

5 Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig.

Offenbahrung 21,3-5


Vielleicht fragt auch ihr euch manchmal: „Warum Gott, warum?“. Ich möchte euch ermutigen, eure Fragen, eure Trauer und euren Schmerz vor Ihn zu bringen. Er hört euch, und Er versteht euch. Und auch wenn die Antworten vielleicht nicht sofort kommen, kann sein Trost unsere Herzen berühren und heilen.

Möge dieser Trost auch euch in schweren Zeiten tragen.





In diesem Sinne,


Eure Lizzy


Bilderquelle: https://dailyverses.net/de

Dienstag, 12. Mai 2015

Lizzy und das Beten



Was ist ein Gebet? Das Gebet ist ein Gespräch mit Gott. Mein Gespräch mit Gott.

Als ich anfing  mich Gott zuzuwenden, wusste ich einfach nicht wie oder für was ich beten soll. Ich suchte mir fertige Gebete, lernte sie auswendig und wenn ich mal den Text anders sprach, dachte ich schon es wirkt nicht. Da kommt schnell mal Frust auf. Gerade am Anfang klang es mehr wie ein tägliches betteln um Hilfe als ein im Glauben gesprochenes Gebet. Es dauerte, bis ich erkannte, ich kann kommen mit meinen Worten, mit dem was mir am Herzen liegt, so wie mir "der Schnabel gewachsen ist ".

Wie also bete ich?

Inzwischen habe ich gelernt, dass Gott keine hochtrabenden Worte von mir erwartet. Ich bete zu Gott auf ganz einfache Art und Weise in einer Art von Zwiegespräch. Ich erzähle meinem himmlischen Vater einfach alles was mich bewegt und horche in mich hinein für seine Antwort. Am Anfang ist es schwer zu wissen was von Gott kommt und was von uns selber stammt, aber mit der Zeit lernt man das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Am Leichtesten erkenne ich es daran, wenn meine Gedanken mit Frieden in meinem Herzen spürbar sind. So eine innere Ruhe, ein Gelassen sein.

 Johannes 14,27    

"Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht."


Es gibt so viele verschiedene Arten zu beten, dass ich unmöglich alle aufzählen kann. Für mich war es tröstlich herauszufinden, es gibt kein richtig und kein falsch. Die Einen beten lieber früh - die Anderen abends, die Einen auf den Knien - die Anderen sitzend oder stehend, die Einen mit gefalteten Händen - die Anderen mit offenen Armen. Ich hab für mich herausgefunden, Gott braucht keine Gebetshaltung. Gott hört sein Kinder, immer.

Beten muss nicht schwer sein.

Danksagung ist leicht zu meistern, ich mach es so, ich zähle einfach auf wofür ihr dankbar bin: Die Wohnung, der tolle Ehemann, das  Kind wächst wohlbehütet heran,  die Arbeit, die Freunde, das Auto, die hübschen Blumen im Garten oder das fröhliche zwitschern der Vögel, dass mich lächeln lässt. Diese Form von Gebet hat mir die Augen geöffnet für wie vielen kleine Dinge im Leben uns so selbstverständlich erscheinen. Gott zu danken kann nie falsch sein.

Das Gebet der Fürbitte ist auch nicht schwer, das heißt einfach gesagt, für andere zu beten. Zum Beispiel kommt bald meine liebe Mama zu Besuch, also bete ich für ihre sichere Reise. Ich bete für meine Tochter wenn sich in der Schule eine Arbeit schreibt, oder meinen Mann wenn er früh das Haus verlässt, ich bete für die Heilung von Familienmitgliedern und für die Nachbarin die gerade ihren Mann verloren hat...

Und wenn es mal gar nicht klappen will, die Gedanken treiben und mir die innere Ruhe fehlt, dann setz ich mich hin und schreibe Gott einen ehrlichen Brief.

Wie ihr seht, beten ist nicht schwer, einfach machen...


In diesem Sinne,

Eure Lizzy